Sommer-Talk

«Sie können gut um den Finger wickeln, Frau Ruoff»: So entspannt erklärt die Chefin den Poststellenabbau

«Es ist eine Änderung, aber es ist auch eine Chance»

«Es ist eine Änderung, aber es ist auch eine Chance»

Ausschnitt aus der Sendung «Sommer-Talk»: Post-Konzernleiterin Susanne Ruoff spricht über den Strukturwandel in ihrem Unternehmen.

Poststellenabbau. Es ist fast schon das Unwort des Moments. Landauf, landab erhitzt es die Gemüter, dass die Post 450 ihrer Filialen schliessen will. Nur eine bleibt die Ruhe selbst: Post-Konzernleiterin Susanne Ruoff.

Sie ist die mächtigste Frau der Schweizer Wirtschaft: Post-Konzernleiterin Susanne Ruoff trägt die Verantwortung für über 60'000 Mitarbeiter. Für ihr Management steht sie derzeit massiv in der Kritik. Denn die Post streicht zahlreiche Poststellen.

Im «Sommer-Talk» auf Tele Züri und Tele M1 darauf angesprochen, reagiert sie äusserst bedacht. So bedacht, dass Moderatorin Tina Biedermann sagt: «Sie haben eine unglaubliche Gabe, schlechte Nachrichten positiv zu übermitteln.» Um den Finger gewickelt fühlt sich die Moderatorin und fragt: «Haben Sie das gelernt oder denken Sie wirklich so?»

«Man kann sich einem Trend doch nicht verwehren»

Glaubt man den Aussagen von Susanne Ruoff, kann sie den momentanen Veränderungen, in denen die Post steckt, tatsächlich viel Positives abringen. 

Grösstes Verständnis habe sie für die Angst der Bevölkerung und ihrer Mitarbeiter, etwa den Job zu verlieren. Aber es sei Fakt, dass die Schweizer nicht mehr so viele Briefe schreiben oder Pakete online bestellen, und diese Fakten würden Veränderungen erzwingen. Ruoff: «Man kann sich einem Trend doch nicht verwehren.»

Wenn Ruoff das schildert, dann klingt das nach einer Herausforderung, die sie gerne angepackt hat. «Offen und transparent», wie sie sagt.

Susanne Ruoff über Geschlechterrollen in der Wirtschaft und ihre Sommerferien

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Sehen Sie hier die ganze Sendung «TalkTäglich» mit der Post-Konzernleiterin.

Man dürfe nicht nur die rund 450 Poststellenschliessungen sehen, sondern auch die «Zugangspunkte», die stattdessen entstehen würden. Etwa die Poststellen, die als Agenturen in Läden weitergeführt werden.

Schaltermitarbeiter als Chauffeure 

Selbst für die 1200 Mitarbeiter, die von den Veränderungen betroffen sind, hat sie ermunternde Worte übrig. Es würden zwar Jobs wegfallen, dafür wieder neue entstehen. Wer am Schalter gearbeitet habe, arbeite danach vielleicht in der Zustellung oder als Postauto-Chauffeur.

Die «Mitarbeiter wieder gewinnbringend einsetzen, damit sie Freude haben an ihrem Job», das will Susanne Ruoff. «Es ist eine Änderung, aber es ist auch eine Chance.» Damit die betroffenen Mitarbeiter diese Chance ergreifen könnten, habe man intern eine Jobplattform eingerichtet.

Aber die Moderatorin bei kritischen Fragen um den Finger wickeln? Nein – «Ich mache das nicht extra», sagt sie. (smo)

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