Die Suche nach dem Nachfolger Philipp Hildebrands beziehungsweise nach dem dritten SNB-Direktoriumsmitglied läuft auf Hochtouren: «Der Ernennungsausschuss tagte am Samstag vor einer Woche erstmals. Damals stellten wir eine Long List mit Kandidaten zusammen. Diese Woche werden wir diese erweitern und den Jobbeschrieb festlegen», sagt Bankratspräsident Hansueli Raggenbass in der «SonntagsZeitung».

Das neue Mitglied müsse ausgewiesene Kenntnisse in Währungs-, Bank- und Finanzfragen haben und darüber hinaus die internationale Seite abdecken, die Herr Hildebrand stark vertreten habe. Bis in spätestens drei Monaten soll es so weit sein. Und im «Sonntag» schränkt Raggenbass ein: «Ich hoffe, es geht schneller. Es ist wichtig, dass das Präsidium und das Vizepräsidium möglichst bald besetzt werden, insbesondere für die Arbeit in internationalen Gremien.

Dort kann man nicht mit Interimslösungen operieren.» Der elfköpfige Bankrat macht dem Bundesrat einen Wahlvorschlag für das SNB- Direktorium. Der Bundesrat wiederum wählt deren Mitglieder und ernennt Präsident und Vizepräsident. Thomas Jordan, der bisherige Vize-Präsident, dürfte dabei gute Chancen haben, Philipp Hildebrand zu beerben. Er sei ein hervorragender Ökonom, intelligent, kompetent, erfahren, integer, schreibt die «NZZ am Sonntag», was einem publizistischen Ritterschlag gleichkommt.

Zurbrügg mit guten Chancen

Wer indes neu zum Direktorium dazustösst, ist noch völlig offen. Der abtretende Seco-Chefökonom Aymo Brunetti will sich zum Direktoriumsposten nicht äussern. Gute Chancen werden Fritz Zurbrügg eingeräumt. Der Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung verfügt über internationale Erfahrung. So sass er von 1998 bis 2006 als Senior Advisor und dann als Exekutivdirektor der Schweizer Stimmrechtsgruppe beim Internationalen Währungsfonds (IWF).

Ebenfalls zum engeren Kandidatenkreis gehört die Wirtschaftsprofessorin Beatrice Weder di Mauro. Sie gehört zu den fünf Wirtschaftsweisen, welche die deutsche Regierung in Wirtschaftsfragen berät. Neben den externen Kandidaten stehen auch in der Nationalbank Nachfolger bereit. So bringt die «NZZ am Sonntag» Thomas Moser ins Spiel, der von 2006 bis 2009 als Exekutivdirektor der Schweizer Stimmrechtsgruppe beim IMF in Washington amtete.

Heute ist er Mitglied des erweiterten Direktoriums. Weiter wird Dewet Moser genannt, der ab 1997 das Risikomanagement der Nationalbank aufgebaut hat und heute den Bereich Finanzmärkte leitet. Er ist für die Umsetzung der Geldpolitik, den Geldmarkt und Devisenhandel zuständig.