Korruptionsaffäre

Seco-Korruptionsaffäre: Verdächtige Firma liefert an siebzig Gemeinden

Eingangsbereich des SECO in Bern (Archiv)

Eingangsbereich des SECO in Bern (Archiv)

Das Zuger IT-Unternehmen, das im Zentrum der mutmasslichen Bestechungsaffäre rund ums Seco steht, hat sechs Kantone und mehr als siebzig Gemeinden als Kunden. Gemauschelt wurden offenbar auch in Zürich.

Zu ihnen gehören unter anderen die Kantone Zürich, Zug, Graubünden, Obwalden, Nidwalden und Appenzell Ausserrhoden, aber auch die Städte Bern und Luzern. Das schreibt die «NZZ am Sonntag».

«Der Direktor des IT-Unternehmens war bekannt dafür, dass er beste Beziehungen zur öffentlichen Hand hat», sagt dazu eine gut informierte Person.

Auch die Stadt Zürich vergab IT-Aufträge an das Unternehmen. Mindestens drei der Vergaben erfolgten ohne öffentliche Ausschreibung, obwohl das städtische Submissionsrecht eine solche vorgeschrieben hätte, berichtet die «NZZ am Sonntag» weiter. In einem Fall sei der freihändige Auftrag mit den «technischen Besonderheiten» des Auftrags begründet worden.

In die Affäre könnten noch weitere Beamte verstrickt sein. Laut «NZZ am Sonntag» sollen zahlreiche Bundesbeamte vom mutmasslichen Bestechungsfall gewusst haben und zwar sowohl Vorgesetzte wie Untergebene. «Das war beim Seco ein offenes Geheimnis», zitiert das Blatt einen Insider.

Weitere Firmen involviert?

Der für IT-Systeme zuständiger Ressortleiter beim Seco soll überteuerte Aufträge nicht nur an eine Firma weitergereicht haben, wie bisher angenommen. Es soll mindestens noch ein zweites IT-Unternehmen in den Fall involviert sein. Als Gegenleistung für die Aufträge gab es für den Ressortleiter Geschenke und Geld. Der Bereichsleiter, der in einem Berner Vorort in in einem Mehrfamilienhaus wohnt, wurde inzwischen freigestellt.

Eine der involvierten Firmen, Fritz & Macziol, ist auch mehrfach gemeinsam mit dem Seco aufgetreten, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Einmal als Sponsor für die Generalversammlung von Common Schweiz. Ein anderes Mal mit gemeinsamen Briefkopf für ein Event.

Die IT-Firma bestätigt gegenüber der Zeitung, dass sie in die Affäre verwickelt ist. Fritz & Macziol kooperie in vollem Umfang mit den Behörden und untersuche diesen Vorgang intern. Weitere Informationen könne man aufgrund des laufenden Verfahrens derzeit nicht erteilen, so das Unternehmen.

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