Weihnachtsessen

Schweizer Unternehmen sparen beim Weihnachtsessen

Nichts Pompöses: Unternehmen halten sich in diesem Jahr bei den Weihnachtsfeiern zurück.

Nichts Pompöses: Unternehmen halten sich in diesem Jahr bei den Weihnachtsfeiern zurück.

Bei vielen Unternehmens-Weihnachtsfeiern finden in diesem Jahr unter dem Motto «Zum schmalen Handtuch» statt. Die Restaurants verzeichnen bis zu 30 Prozent weniger Buchungen als in früheren Jahren.

Die schwierige wirtschaftliche Lage lässt Firmen den Rotstift auch bei den Weihnachtsessen ansetzten. So hat gemäss Informationen der «Nordwestschweiz» die Schweizer Niederlassung des Speditionsunternehmens DHL das Weihnachtsessen für alle Mitarbeitenden gestrichen. «Grund: wirtschaftliche Schwierigkeiten», so ein Insider.

Die Firmenleitung will die Angelegenheit nicht kommentieren. «Wir erachten solche Themen nicht als medienrelevant. Bitte haben Sie daher dafür Verständnis, dass wir diese nicht beantworten werden», sagt eine Firmensprecherin auf Anfrage.

DHL ist offenbar kein Einzelfall. Auch im Umfeld der UBS heisst es, dass in diesem Jahr die Weihnachtsfeierlichkeiten bescheidener ausfallen. «Es gibt nicht wie in anderen Jahren ein Corporate Essen für Krethi und Plethi», so die UBS-Quellen aus dem Human Resources und Merger and Acquisition. Die Ressortleiter könnten je nach Empfinden selbst was organisieren, was in der Realität aber auch nicht immer praktiziert wird. «Die Tage der grossen Sausen sind vorbei.»

Das bestätigt auch die Presseabteilung: «Die Essen finden im kleinen Rahmen mit einem begrenzten Budget statt», sagt ein Pressesprecher auf Anfrage. Die Zurückhaltung der Unternehmen bei den Weihnachtsfeierlichkeiten spüren auch verschiedene Restaurantbetriebe. «Wir haben in diesem Jahr sicher rund 30 Prozent weniger Buchungen als in den letzten Jahren», sagt Jeannette Zehnder vom Restaurant Einstein in Aarau. Das höre sie auch von ihren Gastrokollegen und -kolleginnen in Baden.

Die Firmen schränken auch das Budget ein. «Während früher auch mal 100 Franken und mehr pro Mitarbeiter fürs Weihnachtsessen ausgegeben wurde, sind es in diesem Jahr oft nur noch 50 Franken», so Zehnder.

Die Zurückhaltung bekommen auch die Catering-Services zu spüren. «Wir haben schon mehr Weihnachtsessen veranstaltet als in diesem Jahr», sagt Alex Kunert von MK-Catering. Es werde zwar noch gefeiert, aber nicht mehr so pompös wie früher. «Zudem gibt es weniger Essen von grösseren Unternehmen, dafür wird vermehrt in kleineren Teams gefeiert», so Kunert weiter.

Eine Kurzumfrage beim Dachverband der Wirte Gastrosuisse bei einigen Mitgliedern kommt zum Schluss, dass in diesem Jahr die Zahl der Weihnachtsessen «geringfügig tiefer» als in früheren Jahren ausfällt und immer noch gute Preise gezahlt werden. Allerdings gebe es ein Trend zu kurzfristigen Buchungen. «Reservationen für grössere Gruppen gehen zum Teil erst eine Woche vor dem Essen ein», so eine Sprecherin von Gastrosuisse gegenüber der «Nordwestschweiz».

Die Fluggesellschaft Swiss streicht in diesem Jahr das Weihnachtsgeld. «Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir dieses Jahr sowohl von einer freiwilligen Weihnachtszahlung als auch von Geschenken absehen müssen», hiess es in einem internen Mail der Fluggesellschaft. Bereits im vergangenen Jahr sorgten die Weihnachten beim Swiss-Personal für Unmut: Statt der bis dahin üblichen 2000 Franken Gratifikation wurde ein Käseholzbrett verteilt.

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