Uhrenindustrie
Schweizer Uhrenindustrie sucht Wege aus Abhängigkeit von Swatch

Die Schweizer Uhrenindustrie ist weiterhin stark von den mechanischen Uhrwerken von Nivarox abhängig. Die Wettbewerbskommission (Weko) hatte im Oktober entschieden, dass die Swatch-Tochter ihre Lieferungen von gewissen Teilen nicht reduzieren darf.

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Bis neue Unternehmen aber in der Lage sind, Lieferungen von Swatch zu kompensieren, wird es noch einige Zeit dauern. (Symbolbild)

Bis neue Unternehmen aber in der Lage sind, Lieferungen von Swatch zu kompensieren, wird es noch einige Zeit dauern. (Symbolbild)

Keystone

Alternativen zu Nivarox gibt es bereits. Eine davon ist das Unternehmen E2O mit Sitz in La-Chaux-de-Fonds. 2013 gegründet konzentriert sich E2O auf das Herz des mechanischen Uhrwerks. "Wir wollen uns durch sehr innovative Produktionsprozesse unterscheiden", erklärte Konzernchef Mauro Egermini gegenüber der Nachrichtenagentur sda am Rande der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld.

Das Unternehmen, das neueste Maschinen verwendet, will 2015 mit der Produktion starten. Zu Beginn sollen es mehrere tausend Stück sein und von 2017 an bis zu zehntausende von Teilchen. "Kurzfristig wird E2O aber keine Konkurrenz für Nivarox sein", sagt Egermini. Das Ziel sei es, eine gute Kostenstruktur zu schaffen.

Dominanz von Swatch

Bis neue Unternehmen aber in der Lage sind, Lieferungen von Swatch zu kompensieren, wird es noch einige Zeit dauern. Die beiden Swatch-Tochterfirmen ETA und Nivarox liefern der Konkurrenz bis zu 90 Prozent der für Uhren benötigten Schlüsselteile.

Swatch-Konzernchef Nick Hayek versucht seit mehr als zwei Jahren, die historisch gewachsenen Lieferpflichten abzuschaffen. In Boomzeiten kann der Konzern in seinen Werken kaum genug Uhrwerke und Bestandteile für den eigenen Bedarf produzieren. In schlechten Zeiten bleibt die Firma dagegen auf Überkapazitäten sitzen.

Im letzten Oktober hatte Swatch einen Teilsieg errungen. Die Weko stimmte einer Vereinbarung zu, dass der Uhrenhersteller seine Uhrwerklieferungen an die Konkurrenz stufenweise reduzieren dürfe. Davon ausgenommen sind vorerst Assortiments. Dabei handelt es sich um die steuernden Bestandteile eines mechanischen Uhrwerks.

Alternativen vorhanden

Mögliche Alternativen zur Swatch-Group wären etwa der schweizerische-französische Uhrenwerk-Hersteller Technotime, das Walliser Unternehmen Sigatec oder Sellita mit Sitz in La-Chaux-de-Fonds.

Aus Sicht von Mauro Egermini von E2O ist das Problem bei den Assortiments bislang, dass die Unternehmen es nicht schaffen, das Volumen der produzierten Menge zu erhöhen und auf die Bedürfnisse des globalen Marktes reagieren.

Um die Abhängigkeit von Nivarox zu vermindern, haben sich Swatch, Patek Philippe, Rolex sowie Ulysse Nardin und Mimotec auf ein Patent für die Produktion von Assortiments aus Silicium geeinigt. Dies erklärte Weko-Präsident Vincent Martenet gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

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