Industrie

Schweizer Schokolade erstmals seit sechs Jahren mit Absatzrückgang

700 Gramm weniger Schokolade wurde verzehrt: Der Frühling war zu warm

700 Gramm weniger Schokolade wurde verzehrt: Der Frühling war zu warm

Die Schweizer Konsumenten haben im Krisenjahr 2009 vermehrt auf die zarteste Versuchung verzichtet: Der Schokolade-Konsum sank auf 11,7 Kilogramm pro Kopf. Das sind 700 Gramm weniger als im Vorjahr. Die Chocolatiers sprechen von einem zartbitteren Jahr.

Erstmals seit sechs Jahren erlitten die 18 Schweizer Schokoladefabrikanten einen Absatzrückgang. Die Verkaufsmenge schrumpfte um 5,9 Prozent auf 174'109 Tonnen. Der Umsatz sank noch etwas stärker um 6,4 Prozent auf 1,702 Mrd. Franken, wie der Branchenverband Chocosuisse mitteilte.

Dies führt der Verband nebst der Wirtschaftskrise auch auf die warmen Temperaturen im vergangenen Frühling zurück. Ferner habe der rückläufige Tourismus die Verkäufe belastet.

Die Konsumenten haben aber auch eher zu günstigeren Produkten gegriffen - darum brach der Umsatz stärker ein als der Absatz. Dabei gingen die verkauften Mengen in der Schweiz (-6,9 Prozent) stärker zurück als im Ausland (-5,2 Prozent). Der Umsatz sank hingegen im Ausland deutlich stärker (-9,9 Prozent) als im Inland (-2,7 Prozent).

Vermehrt wählten Schweizerinnen und Schweizer auch ausländische Schokolade: Der Anteil der Importschokoladen am Inlandkonsum erhöhte sich von 30,9 auf 33,6 Prozent. Die grössten Zuwachsraten konnten mit Riegeln sowie mit Festartikeln für Ostern und Weihnachten erzielt werden.

Stark rückläufig war im Ausland die Nachfrage nach Schokoladetafeln. Das grösste Wachstum bei Fertigprodukten wurde mit Branches und Prügeli (+28 Prozent) erzielt. Zulegen konnte die Branche auch beim Export von Halbfabrikaten wie Couverturen.

Auf dem wichtigsten Exportmarkt Deutschland hingegen ging die Nachfrage erneut deutlich zurück. Während hier die gelieferte Menge um 9,7 Prozent sank, brachen die Umsätze um 13 Prozent ein.

Bemerkenswert gewachsen sind die Exporte hingegen nach Belgien, und zwar mengenmässig um 31,1 Prozent und umsatzmässig um 34,1 Prozent. Ausserhalb der EU konnten die Schweizer Schokolade-Hersteller in Australien, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudiarabien, Kuwait und China markante Mehrverkäufe realisieren.

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