Grosse Ernteausfälle wegen widrigen Wetterbedingungen fängt der Staat im Fall der Landwirtschaft finanziell auf. Ähnliche Entschädigungen fordert nun auch die Schweizerische Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS). Der Grund: die anhaltende Trockenheit, verbunden mit den tiefen Pegelständen auf dem Rhein. Über den Rhein kommen rund 10 Prozent der Waren in die Schweiz. Vorab Die- sel und landwirtschaftliche Erzeugnisse erreichen die Schweiz per Schiff. Das führte bereits dazu, dass der Dieselnotvorrat angezapft werden musste. Diese Woche mussten nun auch die Stickstofflager geöffnet werden, wie das Bundesamt für Landesversorgung auf Anfrage mitteilt. Ansonsten wäre eine Verteilung des wichtigen Düngers bis zum Frühjahr nicht möglich gewesen, heisst es beim Bundesamt.

Für die Schifffahrtsfirmen sind die tiefen Pegel eine Gefahr. Je weniger Wasser, desto weniger können Schiffe laden, desto teurer wird der Transport. «Wenn es noch ein paar Monate so weitergeht, dann wird es existenzbedrohend», sagt SVS-Präsident André Auderset. Betroffen ist nicht nur die Güter- sondern auch die Fahrgastschifffahrt. Im Winter ist tendenziell weniger Wasser in den Flüssen. Dies weil ein Teil des Niederschlags als Schnee fällt. Wenn es nicht anhaltend regnet in den nächsten Wochen, wird sich die Situation weiter verschlimmern. Firmen haben zwar bereits Kurzarbeit angemeldet. Doch das reicht offenbar nicht. «Die Schifffahrt war immer stolz darauf, dass sie nicht subventioniert ist», sagt Auderset. Der Druck ist nun aber so gross, dass der Staat in die Bresche springen soll. Erste Gespräche mit dem Bund, wie solche Entschädigungen aussehen könnten, finden nächste Woche statt.