Dass die GastroSuisse-Initiative in keinem einzigen Kanton angenommen wurde, liege daran, dass ihr Inhalt nicht überzeugt habe, heisst es im Kommentar von "Tages-Anzeiger" und "Der Bund". "So musste der Konsument fürchten, dass die Wirte eine Reduktion der Mehrwertsteuer in die eigene Tasche stecken würden."

Die Stimmbürger hätten "verstanden, dass es mit der Vorlage vor allem darum ging, ein neues Privileg für eine Branche zu schaffen, die viele hausgemachte Probleme hat", schreibt die Zeitung "Nordwestschweiz".

Zuviel sei unklar gewesen, kommentiert auch die "Berner Zeitung" die Initiative. "Klar war einzig, dass nach einem Ja zu diesem Volksbegehren das inhaltliche Gezerre über die Änderung des Mehrwertsteuersystems erst richtig losgegangen wäre."

Immerhin "etwas Wahrheit" attestiert der Kommentator der "Neuen Zürcher Zeitung" dem Anliegen der Wirte: "Unterschiedliche Mehrwertsteuersätze bergen Diskriminierungen und Abgrenzungsprobleme." Abhilfe würde ein Einheitssatz mit allfälligen Entlastungen für Grundnahrungsmittel schaffen.

Chance für Wirte

Das klare Verdikt könne für die Wirte auch eine Chance sein, heisst es in der Kommentarspalte des "St. Galler Tagblattes": "Jetzt müssen sie sich überlegen, wie sie künftig ihre Gäste überzeugen wollen, dass es sich lohnt, bei ihnen einzukehren."

Eine Zerreissprobe prophezeit der Kommentator der "Neuen Luzerner Zeitung" der Gastro-Branche, sollte sie sich bei der Beratung über den Mehrwertsteuer-Sondersatz für Hotels mit ihrem Anliegen einklinken. Denn viele Wirte würden auch Zimmer vermieten. "Sie laufen Gefahr, den ohnehin umstrittenen Mehrwertsteuer-Sonderstatus für die Hotelübernachtungen zu verlieren."