Korruptionsaffäre

Schweizer Pharmakonzern Novartis muss in den USA 337 Millionen Dollar Busse bezahlen

Novartis, das Unternehmen von CEO Vas Narasimhan, muss amerikanischen Behörden insgesamt 337 Millionen Strafe zahlen.

Novartis, das Unternehmen von CEO Vas Narasimhan, muss amerikanischen Behörden insgesamt 337 Millionen Strafe zahlen.

Der Pharmakonzern Novartis ist in Amerika im Zusammenhang mit einer griechischen Korruptionsaffäre zu Strafgeldzahlungen von 337 Millionen Dollar verknurrt worden.

Der Pharmakonzern Novartis ist in Amerika im Zusammenhang mit einer griechischen Korruptionsaffäre zu Strafgeld-Zahlungen von 337 Millionen Dollar verknurrt worden. Rund zwei Drittel dieser Summe fliessen dem US-Justizministerium zu, das gegen die griechische Novartis-Tochter strafrechtlich vorgegangen ist. Der Börsenaufsicht SEC muss der Basler Konzern Novartis rund 113 Millionen Dollar abliefern, teilte das Unternehmen von CEO Vas Narasimhan am Donnerstag mit.

Die Ermittlungen fokussierten sich auf eine undurchsichtige Affäre, die in Athen auch «Novartis Gate» genannt wird: Die amerikanischen Ermittlungsbehörden sehen es demnach als erwiesen an, dass die griechische Novartis-Tochter von 2012 bis 2015 versucht habe, durch illegale Zahlungen an Mediziner ihre Marktposition zu verbessern.

Alcon muss weitere knapp 9 Millionen Zahlen

Im Zentrum stand dabei das verschreibungspflichtige Medikament Lucentis, das von der nun selbständigen ehemaligen Novartis-Tochter Alcon hergestellt wird. Das Unternehmen Alcon, dessen Hauptsitz sich in Genf befindet, muss im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen in Vietnam knapp 9 Millionen Dollar Busse bezahlen.

Für die Behauptung, dass Novartis auch griechische Politiker geschmiert habe, gibt es in den amerikanischen Gerichtsdokumenten allerdings keine Beweise, wie Novartis in einer Medienmitteilung schreibt. Zuvor habe eine interne Untersuchung ebenfalls keine Hinweise auf solche Zahlungen gefunden. Entsprechende Vorwürfe waren in Athen von der 2019 abgewählten Regierung des linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras erhoben worden.

Rückgriff auf ein Antikorruptionsgesetz

Ausgelöst wurden die Ermittlungen der Amerikaner angeblich durch zwei ehemalige Novartis-Angestellte, die sich rund um den Jahreswechsel 2017 der Börsenaufsicht SEC anvertraut hatten. Weil Vertreter von Novartis Hellas, wie die griechische Tochter offiziell heisst, ihre unlauteren Geschäfte auch von amerikanischem Boden aus betrieben, indem sie beispielsweise griechische Mediziner zu amerikanischen Fachkongressen einluden, fühlte sich auch die US-Justiz für die Affäre zuständig.

Die Bundespolizei FBI leitete dabei die Ermittlungen. 1977 verabschiedete das amerikanische Parlament ein Gesetz mit dem Namen Foreign Corrupt Practices Act (FCPA), das den US-Behörden in solchen Fällen grosse Vollmachten gibt – fallen doch unter die Straftatbestimmungen sämtliche ausländischen Firmen, deren Aktien in Amerika gehandelt werden.

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