Der Schweizer Einkaufsmanager-Index ist im November um 2,4 Punkte auf 48,5 Zähler gestiegen. Das haben heute der Wirtschaftsfachverband procure.ch und die Grossbank Credit Suisse bekannt gegeben. Damit notiert der Vorlaufsindikator noch unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Doch die Lage hat sich verbessert. «Die Produktion übertraf im November erstmals seit Juli wieder ihren Vormonatswert und dies mit einer Dynamik, wie sie zuletzt im Frühling 2011 zu verzeichnen war», so procure.ch und Credit Suisse in einer Medienmitteilung.

So hat sich etwa der Abbau im Auftragsbestand deutlich verlangsamt, was ein positives Zeichen ist. Und der beschleunigte Abbau bei den Einkaufs- und Verkaufslagern könnte ein Hinweis sein, dass die Unternehmen von einer höheren Nachfrage überrascht worden sind. «Teile der Nachfrage mussten wohl aus Lagerbeständen befriedigt werden, was Produktionssteigerungen in den kommenden Monaten erwarten lässt», hiess es im erwähnten Communiqué weiter.

Deutlich auf Wachstum umgeschwenkt hat die Subkomponente Produktion, die im November um 7,9 Punkte auf 55,9 Zähler in die Höhe geschossen ist. Das war der stärkste Anstieg seit Juli 2012 und die Dynamik sei damit vergleichbar mit derjenigen vom Frühling 2011.

Unterwartete Zahlen

Der erfreuliche Einkaufsmanager-Index kommt nach unerwartet guten Zahlen zum Bruttoinlandprodukt (BIP). Das Schweizer BIP ist im dritten Quartal 2012 nämlich um 0,6 Prozent gestiegen, nachdem im zweiten Quartal 2012 ein Rückgang von 0,1 Prozent zu verzeichnen war. Dies gab das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vergangene Woche bekannt. Damit wurde eine Rezession – Negativwachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen – vorerst abgewendet.

Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass die Seco-Zahlen fehleranfällig sind und möglicherweise bei der nächsten Lesung noch nach untern korrigiert werden müssen.

Genau machen heute Economiesuisse und die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Economiesuisse rechnet 2013 mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von real nur noch um 0,6 Prozent. Die Arbeitslosigkeit werde aber tief bleiben, sagten Verbandsverantwortliche am Montag an einer Medienkonferenz in Zürich.

Der Direktor von Economiesuisse prognostiziert der Schweizer Wirtschaft ein Wachstum von nur noch 0,6 Prozent.

Der Direktor von Economiesuisse ist weniger optimistsich als auch schon

Im laufenden Jahr habe die Schweizer Wirtschaft sowohl der Eurokrise als auch der Frankenstärke getrotzt. Der Binnenmarkt habe sich als erfreulich robust erwiesen. Unter den exportorientierten Branchen hätten fast alle mit Problemen zu kämpfen gehabt. Positive Ausnahmen bildeten die Uhrenindustrie sowie Chemie und Pharma.

ZKB: 1,0 Prozent Wachstum

Auch die Ökonomen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sind für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr nun doch weniger optimistisch als noch im Oktober: Sie haben ihre Prognosen für die Entwicklung des realen Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,5 Prozent auf 1,0 Prozent korrigiert.

Aufgrund des globalen Konjunkturbildes und dabei insbesondere einer weniger erfreulichen Einschätzung der Euro-Zone sei man betreffend der weiteren Konjunkturentwicklung in der Schweiz etwas pessimistischer als noch vor einigen Monaten, heisst es in einer am Montag publizierten Studie der Bank.

Aufgrund des guten dritten Quartals 2012 - die Zahlen wurden letzte Woche veröffentlicht - erwartet die ZKB hingegen für dieses Jahr ein leicht höheres Wachstum als bisher (0,8 Prozent statt 0,6 Prozent).

Für 2014 gibt sich die ZKB wieder optimistischer und belässt ihre Prognose für das erwartete BIP-Wachstum bei 1,5 Prozent, was allerdings nach wie vor unter Potential sei. (mfi/sda)