Die ersten iPhones 6 waren bereits kurz nach Mitternacht in einem Laden der Handy-Kette Mobilezone am Zürcher Bellevue über den Tisch gegangen.

Swisscom-Sprecher Carsten Roetz erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, die Nachfrage nach den iPhones sei erwartungsgemäss hoch. Auch Orange zeigt sich zufrieden mit dem Verkaufsstart. Je nach Laden seien noch vereinzelt iPhones verfügbar, sagte Sprecherin Therese Wenger auf Anfrage am Freitagnachmittag. Allerdings könne Sie keine Prognose darüber treffen, wie es bis zum Abend hin oder für den Samstag aussehe.

In den USA, Australien, Japan, Hongkong, Singapur, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada und Puerto Rico war der Verkauf der neuesten iPhones bereits am Freitag vor einer Woche offiziell gestartet. Apple hatte nach eigenen Angaben allein am ersten Wochenende über zehn Millionen Geräte der beiden neuen Modelle iPhone 6 und des grösseren iPhone 6 Plus verkauft.

Software-Probleme

Der Start wurde allerdings von einigen Probleme überschattet. So sorgte die neue Version des iPhone-Betriebssystem iOS, die eigentlich bisherige Fehler beheben sollte, für Probleme. Nutzer beklagten sich darüber, dass sie sich nicht mehr in Mobilfunk-Netze einwählen konnten oder dass der Fingerabdruck-Sensor nicht mehr funktioniert habe.

Branchenexperten warfen die Frage auf, wie es Apple passieren könne, ein fehlerhaftes Software-Update auf die Kunden loszulassen. "Die Angelegenheit deutet darauf hin, dass Apple Probleme dabei hat, Dinge in die Tat umzusetzen", erklärte Alex Gauna von JMP Securities. "Die Probleme dürften zwar bald vorbei sein, aber wir beobachten mit Sorge, dass sich die Fehler häufen."

Laut Medienberichten waren von den Problemen rund 40'000 iPhone-Nutzer betroffen. Apple entschuldigte sich. In der Nacht zum Freitag bekam das Unternehmen nach eigenen Angaben schliesslich die Probleme in den Griff. Der Konzern stellte die Version iOS 8.0.2 zur Verfügung, die alle bisherigen Fehler beheben soll.

Allerdings sorgten zusätzlich zu der Software-Panne Berichte für Aufsehen, nach denen sich iPhones in der Hosentasche verbogen hätten. Apple wies die Zweifel an der Stabilität seiner Handys zurück.

Einblicke ins Labor

Als Reaktion darauf erlaubte Apple am Donnerstag einigen Journalisten Einblicke in sein Labor in Cupertino, wo die Stabilität der iPhones geprüft wird - für den traditionell geheimniskrämerischen Konzern ein ungewöhnlicher Schritt.

In dem Labor wird laut ihren Berichten unter anderem simuliert, was mit einem iPhone passiert, wenn man sich draufsetzt. Ausserdem gebe es dort einen "Drei-Punkt-Verbiegetest", bei dem auf das iPhone in der Mitte Druck ausgeübt wird, während es auf der Ober- und Unterkante gestützt wird. Dabei sei ein iPhone 6 Plus unter einem Gewicht von 25 Kilogramm nicht dauerhaft verbogen, hiess es.

Wenn ein Nutzer allerdings sehr viel Kraft an einigen nicht für den Alltag typischen Stellen anwende, könne das iPhone verbiegen, erklärte Apples Chef für Geräte-Entwicklung, Dan Riccio. "Am Ende ist es so, dass wenn man genug Kraft aufwendet, um ein iPhone - oder jedes andere Telefon - zu verbiegen, es sich verformen wird", sagte Riccio dem Blog "The Verge".

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