Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 201, wie der am Montag veröffentlichten Deloitte-Studie zu entnehmen ist. Damit bestätigte sich der Aufwärtstrend von 2016 (191). Die Anzahl Transaktionen 2017 sei aber noch klar unter dem Niveau von 2013 (231) und 2014 (216).

Die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) seien seit dem Frankenschock vor drei Jahren effizienter geworden, hätten in Innovation und Qualität investiert und ihre Preise konkurrenzfähiger gemacht, hiess es in der Studie.

Die Zahl inländischer Transaktionen sei erstmals seit 2013 wieder gestiegen, nämlich um 16 Prozent auf 71. Die Übernahmen von Schweizer KMU durch ausländische Unternehmen stiegen von 69 auf 70. Dabei stechen Unternehmen aus der Technologie-, Medien und Telekommunikationsbranche mit 17 Transaktionen (plus 89 Prozent) hervor.

China kaum interessiert

Die ausländischen Käufer stammen hauptsächlich aus Nordamerika (17) und Deutschland (15). Französische und chinesische Käufer hielten sich zurück. Aus Frankreich wurden acht (-58 Prozent) und aus China eine Übernahme (-66 Prozent) getätigt.

Chinesische Investoren hätten in den vergangenen Jahren in der Schweiz bei KMU-Transaktionen nie eine bedeutende Rolle gespielt. Sie investierten vielmehr in grössere Unternehmen. Schweizer KMU seien für chinesische Investoren "doch noch etwas weit weg", analysierte Deloitte.

Schweizer KMU sind weiterhin auch stark im Ausland auf Einkaufstour. Die Zahl der Auslandinvestments sei nach dem letztjährigen Rekord von 61 minim auf 60 gesunken. Sie kaufen, was sie kennen und was ihnen nahe ist. 82 Prozent der Übernahmen wurden in Europa und 57 Prozent in Nachbarländern getätigt. Das bevorzugte Ziel blieb dabei Deutschland mit 25 Akquisitionen, das sind 42 Prozent aller Transaktionen im Ausland.

Gute Aussichten

Bei den Transaktionen insgesamt mache sich der Anlagenotstand bemerkbar. Bei über einem Drittel der Deals seien Private-Equity-Fonds beteiligt gewesen. Die Fonds stammten zu 32 Prozent aus der Schweiz und zu 61 Prozent aus dem übrigen Europa.

Für das laufende Jahr erwartet Deloitte eine vielversprechende Entwicklung für die schweizerischen KMU. Die Aussicht auf eine stabile Währung belebe den Export und fördere die Bereitschaft zu Investitionen. Es sei aber trotzdem grosse Vorsicht angesagt, da Währungsschwankungen kaum voraussehbar seien. Viel hänge von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und auch der nationalen Politik ab.