Konjunktur

Schweizer Finanzchefs verunsichert über Konjunkturentwicklung

Der starke Franken bereitet vielen Unternehmen Sorgen

Der starke Franken bereitet vielen Unternehmen Sorgen

Obwohl der Optimismus der Finanzchefs von Schweizer Unternehmen bezüglich der konjunkturellen Entwicklung am Steigen ist, sinkt die Zuversicht für die Geschäftsentwicklung des eigenen Unternehmens. Besonders eine sinkende Nachfrage aus dem Ausland wird als Risiko gesehen.

Als grössten Unsicherheitsfaktor sehen die Finanzchefs denn auch die Krise in der Euro-Zone, wie die aktuellste Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte bei knapp 120 Finanzchefs aufzeigt. Fast vier von zehn Finanzverantwortlichen gaben an, Vorbereitungen für den Fall getroffen zu haben, dass ein Land aus der Euro-Gruppe austritt oder sich die Währungsunion sogar auflöst.

Uneinig über Konjunkturaussichten

Einig über die Konjunkturaussichten sind sich die Finanzchefs (CFOs) keineswegs: Ein Drittel ist weiterhin optimistisch, 28 Prozent zeigen sich eher pessimistisch und 39 Prozent sind unschlüssig. Im Vergleich zur Umfrage im ersten Quartal ist der Anteil der Optimisten aber deutlich gestiegen und die Zahl der Pessimisten hat abgenommen.

Weiterhin hoch ist dagegen der Anteil jener CFOs, die von sinkenden Margen für Schweizer Unternehmen ausgehen. Gegen zwei Drittel sind dieser Meinung. 39 Prozent der Befragten gehen aber immerhin von steigenden Umsätzen und weitere 27 Prozent von stabilen Umsätzen aus.

"Bei diesem Zustand der anhaltenden Unsicherheit wird entscheidend sein, ob sich der Schweizer Binnenmarkt erneut als Wachstumsstütze erweisen wird", wird Deloitte-Chefökonom Michael Grampp in einem Communiqué vom Sonntag zitiert. Klar sei jedoch, dass jede Verschärfung der Euro-Krise Auswirkungen auf die Schweizer Unternehmen haben werde, in Gestalt von sinkender Nachfrage und anhaltendem Währungsdruck.

Kredite verfügbar

Die Unsicherheit der CFOs über die Wirtschaftsentwicklung offenbart sich insbesondere in der Risikobereitschaft. 87 Prozent der Finanzchefs halten es gegenwärtig für keinen günstigen Zeitpunkt, in der Bilanz höhere Risiken einzugehen. Vor drei Monaten zeigten sich die Befragten noch etwas risikofreundlicher.

62 Prozent der Finanzchefs sind schliesslich der Meinung, dass die Kosten für neue Kredite derzeit niedrig seien, weitere 26 Prozent sprechen von einem angemessen Preis.

Und auch die Verfügbarkeit von neuen Krediten wird grösstenteils positiv beurteilt. 77 Prozent sind entweder der Ansicht, dass Kredit verfügbar sind, oder sie beantworteten die entsprechende Frage neutral. Allerdings war fast jeder vierte (23 Prozent) gegenteiliger Meinung.

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