"In der Schweizer Börse sind wir überzeugt, dass der Leerverkauf eine valable Handelsstrategie darstellt und in einem 'reifen' Markt möglich sein muss", sagte Bürki der Zeitung "Finanz und Wirtschaft".

Bei Leerverkäufen, auch "Short Sale" genannt, werden Waren, Währungen oder Wertpapiere verkauft, die der Käufer erst zu einem späteren Zeitpunkt effektiv erwirbt. Der Käufer erzielt Gewinn, wenn der Kurs der Handelsposition sinkt. Nach dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers hatten verschiedene Börsen, auch die schweizerische, bestimmte Leerverkäufe zeitweise verboten.

Diese Praxis wurde kritisiert, weil sie nach Meinung gewisser Marktbeobachtern Abwärtstrends der Aktienmärkte verstärkt. Laut Bürki sind Leerverkäufe aber notwendig, weil sie Markteffizienz und Liquidität erhöhen. Beispielsweise für Absicherungsgeschäfte ("Hedging") seien sie unabdingbar.

Die Schweizer Börse sei klar gegen die Einführung von Preisrestriktionen und Handelseinschränkungen, wie beispielsweise die Uptick-Rule oder den Circuit Breaker, die unter gewissen Voraussetzungen bei starken Kursausschlägen den Handel automatisch unterbrechen, sagte Bürki weiter.

Die Aufsichtsbehörde Finma kann Banken zwingen, ihre Leerverkaufspositionen offenzulegen. Eine Regelung zugunster einer umfassenden Offenlegung lehnt Bürki aber ab.