Volkswirtschaftsminister Schneider-Amman hat es während seiner viertägigen Russland-Reise immer wieder betont: Er sei auch in Russland, um die Interessen Berns auf internationalem Parkett zu verteidigen. Neben dem Erhalt des Schweizer IWF-Sitz geht es auch um eine Annäherung der Schweiz an die G20, in der die wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt vereinigt sind.

Am Mittwoch trafen die angereiste Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey und Schneider-Ammann in Kolomna, rund hundert Kilometer von Moskau entfernt, den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Nach der Einweihung einer Zementfabrik des Schweizer Konzerns Holcim standen Gespräche an - unter anderem zum Thema G20.

"Die Schweiz wünscht sich eine stärkere Assoziierung an die Arbeiten der G20", teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit. "Wir denken, dass die Schweiz ein Mitglied der G20 werden oder zumindest an den Vorbereitungsgesprächen teilnehmen sollte", formulierte es Schneider-Ammann. Russland präsidiert die G20 ab 2013.

Weiteres Entwicklungspotenzial gebe es zudem in den Bereichen Finanz, Wirtschaft, Technologie und Energie, schreibt das EDA. Ein Schritt in diese Richtung stellt die "Erklärung über die Zusammenarbeit bei der wirtschaftlichen Modernisierung" dar. Johann Schneider-Ammann und seine russische Amtskollegin Elvira Nabiullina unterzeichneten am Mittwoch eine entsprechende Deklaration.

Die Schweiz und Russland streben insbesondere eine stärkere Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, bei der Energieeffizienz, im Maschinenbau sowie bei der Informations- und Nanotechnologie an.

"Die Deklaration skizziert die wichtigsten Punkte unserer Zusammenarbeit. Jetzt ist es an den Unternehmen, Partner zu suchen, Technologietransfer zu organisieren und in den russischen Markt einzutreten", sagte Schneider-Ammann nach der Unterzeichnungs-Zeremonie der Nachrichtenagentur sda. Das sei auch eine Art, Arbeitsplätze in der Schweiz zu sichern.