Süsses oder Saures?

Schutzmaske für Draculas Beisserchen: Nestlé, Galaxus und Co. fürchten um ihre Halloween-Umsätze

Halloween wird zunehmend auch in der Schweiz gefeiert. Doch dieses Jahr dürften viele Horror-Partys und somit auch Umsätze ausfallen, glauben Detailhändler.

Halloween wird zunehmend auch in der Schweiz gefeiert. Doch dieses Jahr dürften viele Horror-Partys und somit auch Umsätze ausfallen, glauben Detailhändler.

Dieser Tage würden normalerweise Kostüm- und Schleckwarenverkäufe für volle Kassen sorgen. Doch die Coronakrise dämpft die Halloween-Erwartungen. Nun reagieren erste Firmen - auch in der Schweiz.

Am 31. Oktober klingeln Vampire und Geister an der Tür. In zahlreichen Ländern – seit einigen Jahren auch in der Schweiz – wird Halloween gefeiert. Dabei verkleiden sich Kinder mit gespenstischen Kostümen, ziehen von Haus zu Haus und bitten die Nachbarn um Süssigkeiten. «Trick or Treating» nennt sich der aus den USA stammende Brauch, «Süsses sonst gibt’s Saures» heisst er im deutschsprachigen Raum.

Doch dieses Jahr droht das eine oder andere Monster zu Hause zu bleiben – und den Kostüm-Händlern und Schleckwaren-Herstellern viel Umsatz flöten zu gehen. Denn der wahre Horror steht vor der Tür: Eine weltweite Pandemie. In den USA rechnen die Geschäfte mit einem Minus von 8 Prozent bei den Halloween-Umsätzen, womit sie noch immer imposante 8 Milliarden Dollar betragen würden.

Nestlé fährt eine Sensibilisierungskampagne

Von den düsteren Aussichten sind auch Schweizer Firmen betroffen, insbesondere Nestlé. In Kanada versucht es der Hersteller von Smarties- und Kitkat-Schokolade mit einer Sensibilisierungskampagne, wie lokale Medien berichten. Kunden erhalten von Nestlé Abzeichen und Schilder mit einem roten Kürbis, der auf die nötigen Vorsichtsmassnahmen beim «Trick or Treating» hinweisen soll: Abstand halten und Masken tragen – wobei damit eine medizinische Mundschutzmaske gemeint ist, und nicht jene von Horrorfiguren wie «Freddy Krueger» oder «Michael Myers». Dies hat aus Kindersicht die bedauerliche Folge, dass die angsteinflössenden Beisserchen der kleinen Draculas verdeckt bleiben.

Die Schweizer Warenhaus-Kette Manor versucht daraus, zumindest noch ein kleines Geschäft zu machen. So gibt es dieses Jahr für zehn Franken Mundschutzmasken mit Halloween-Motiven. Kinder-Schminkaktionen in den Filialen habe man abgesagt, da diese mit dem Sicherheitskonzept nicht vereinbar seien, sagt ein Sprecher. Und auch die Werbung wurde gekürzt. Trotz allem rechne man mit einem ähnlichen Halloween-Umsatz wie im Vorjahr.

Galaxus rechnet mit weniger Halloween-Parties

Die Migros-Onlinetochter Galaxus führt 700 Kostüme im Sortiment. Laut einem Sprecher rechnet die Firma mit einem Halloween-Umsatzwachstum von bis zu 150 Prozent, «aber nur deshalb, weil die Kunden vermehrt online statt im Geschäft einkaufen.» Sprich: Ohne Corona kämen die Horror-Umsätze deutlich höher zu liegen. «Wir gehen davon aus, dass wegen der Corona-Pandemie weniger Halloween-Partys stattfinden werden», sagt der Galaxus-Sprecher. Man halte sich zudem bei der Bewerbung von Halloween-Produkten zurück, welche die Kunden dazu animieren würden, zusammenzukommen. Stattdessen bewerbe man Produkte, mit denen man alleine oder in kleinen Gruppen spielen könne.

Bei Coop und Aldi heisst es, das diesjährige Spuk-Angebot sei vergleichbar mit jenem der letzten Jahre. «Wir sind mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden», sagt ein Sprecher des deutschen Discounters.

Manor hofft auf ähnlich starke Halloween-Umsätze in seinen Warenhäusern wie im Vorjahr - auch dank speziellen Mundschutzmasken mit Horror-Motiven.

Manor hofft auf ähnlich starke Halloween-Umsätze in seinen Warenhäusern wie im Vorjahr - auch dank speziellen Mundschutzmasken mit Horror-Motiven.

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