"Es gibt einen Weg aus der aktuellen Situation, wenn sich die Regierungen zu schnellen und kühnen Aktionen durchringen", sagte die Französin am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Der Pfad der Erholung sei aber schmal.

Am Mittwochabend hatten sich Deutschland und Frankreich klar für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen. Das hat an den Finanzmärkten gemäss Marktakteuren für etwas Ruhe gesorgt. Die derzeit besonders im Fokus stehenden Renditen der Staatsanleihen aus Italien und Spanien hielten sich aber stabil.

Konjunktureller Stillstand

Über die düsteren Konjunkturprognosen für die zweite Jahreshälfte vermochte dies aber nicht hinwegtäuschen. Die EU-Kommission sieht in den nächsten Monaten einen eigentlichen konjunkturellen Stillstand. So soll die Wirtschaft in den 17 Euro-Ländern im dritten Quartal statt wie bisher angenommen um 0,7 nur noch um 0,2 Prozent zulegen.

Im vierten Quartal soll gegenüber dem Vorquartal sogar nur noch ein Plus von 0,1 Prozent resultieren. Als Gründe für die Wachstumsschwäche nannte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn die schwindende Exportnachfrage, die Staatsschuldenkrise und die immer holprig verlaufende Erholung nach Finanzkrisen.

Lokomotive Deutschland muss stark ziehen

Die Konjunkturschwäche des Euro-Raums ist insbesondere auf das nachlassende Wachstum in Deutschland, der Konjunkturlokomotive und grössten Volkswirtschaft Europas, zurückzuführen. Um die Wirtschaft zurück auf den Wachstumspfad zu führen, müssten die Staaten ihre Defizite abbauen, ihren Sparkurs verstärken und so das Vertrauen der Finanzmärkte wiedergewinnen, sagte Rehn.

Der Wirtschaftskommissar ermahnte insbesondere Griechenland, sich an die vereinbarten Auflagen zu halten: "Griechenland muss seine Haushaltsziele erreichen."