Süsswaren

Schoggi-Riese Lindt greift nach dem Heiligtum von Sprüngli

Luxemburgerli sind eine Erfolgsgeschichte von Sprüngli.

Luxemburgerli sind eine Erfolgsgeschichte von Sprüngli.

Lindt bedient sich beim Blockbuster der Confiserie Sprüngli – den Macarons. Diese liegen derzeit im Trend.

Sie sind das Heiligtum der Sprüngli Confiserie: die Luxemburgerli. Vor 60 Jahren lancierte Rudolf Sprüngli das Macarons-Gebäck in der Schweiz. Sie sind bis heute ein Grosserfolg. Davon will nun auch der Schokoladenkonzern Lindt profitieren. Diesen Sommer lanciert das Unternehmen Mini-Pralinés in Macarons-Form, wie Lindt über Inserate in Branchenmedien ankündigt.

Bei den Pralinés handelt es sich in erster Linie um Schokoladenprodukte mit Fruchtfüllungen und Gebäckstücken. Doch mit der Form werden klar das Macaron und das Luxemburgerli kopiert. Die farbigen Macarons seien derzeit im Trend, sagt Sprecherin Sara Thallner. In Verbindung mit Milchschokolade würden sie ein neues Geschmackserlebnis bieten. Vorerst werden die Macarons-Pralinés von Lindt nur temporär in Deutschland lanciert. Sollten sie erfolgreich sein, dürfte ein Start in weiteren Märkten folgen. Produziert werden sie in der deutschen Lindt-Fabrik in Aachen.

Einst eine Familie

Die Lindt-Innovation ist insofern pikant, als Lindt und Sprüngli eine gemeinsame Familiengeschichte haben. David Sprüngli eröffnete 1836 an der Zürcher Marktgasse die Confiserie Sprüngli & Fils. 1859 wurde die Filiale am Paradeplatz eröffnet.

1892 teilte dann Sohn Rudolf Sprüngli das Unternehmen unter seinen beiden Söhnen auf: Johann Rudolf erhielt die Schokoladenfabrik, die heutige Lindt, während David Robert die Konditorei, die heutige Confiserie Sprüngli bekam. Seither sind die beiden Unternehmen unabhängig. Lindt entwickelte sich zu einem börsenkotierten Weltkonzern mit 3,9 Milliarden Franken Umsatz. Die Confiserie blieb ein Familienunternehmen. Und 1957 – also genau vor 60 Jahren – lancierte Richard Sprüngli in fünfter Generation den Kassenschlager, das Luxemburgerli.

Milan Prenosil, Neffe von Richard Sprüngli, leitet die Confiserie Sprüngli seit 1994 zusammen mit seinem Bruder Tomas. Er gibt sich ob der Kopie aus dem Hause Lindt gelassen: «Jeder macht, was er am besten kann. Unser frisches Luxemburgerli wird sich auch in Zukunft von Industrieprodukten in Sachen Authentizität und Geschmack abheben.» Mit der ehemaligen Bruderfirma Lindt gebe es keine Abkommen bezüglich der Vermarktung von Macarons. Die Marke Luxemburgerli sei aber geschützt und dürfe nur von Sprüngli benutzt werden.

Eine Ausnahme gibt es

Eine Sondervereinbarung hat Prenosil allerdings mit der Luzerner Bäckerei Bachmann abgeschlossen. Diese verkauft die Macarons in Luzern ebenfalls unter dem Namen Luxemburgerli. Im Sprüngli-Revier Zürich, so ist abgemacht, nennt sie Bachmann allerdings anders.

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