Ziel der Besichtigungen und Gespräche in der für Hightech- und Startup-Unternehmen bekannten Region um San Francisco war es, genauer zu verstehen, wieso die USA auf dem Gebiet der Innovationen derart erfolgreich ist. Das sagte Schneider-Ammanns Sprecher Noé Blancpain am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

In einer Rede hob der Wirtschaftsminister den Innovationsgeist der Schweiz hervor: "Unsere Eindrücke hier in den USA werden uns dabei helfen, die Schweizer Innovationslandschaft kontinuierlich zu entwickeln. Sie sind zudem eine Inspiration für den Swiss Innovation Park, der nächstes Jahr eröffnet werden soll."

Neben dem Besuch eines Nanotechnologie-Unternehmens liessen sich Schneider-Ammann und die rund 25-köpfige Delegation mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein Programm für Startup-Gründer erklären. Dieses zweiwöchige Training führt die Absolventen in die Kultur des Silicon Valley ein.

Dass sich diese Kultur von jener in der Schweiz unterscheidet, sei den Besuchern vor Augen geführt worden, berichtete Blancpain. Etwa im Bereich Bildung sei die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen im Silicon Valley stärker als in der Schweiz. Professoren seien hier oft selber in Startups involviert und würden sich beispielsweise um Risikokapital bemühen. Auch herrsche hier die "Jump and try"-Mentalität, nach der Ideen möglichst schnell und unter erhöhter Risikobereitschaft umgesetzt werden.

Folgen für die Politik

Für die Politik stelle sich im Bezug auf das hohe Tempo im Bereich der Innovationen die Frage, wie sie mit der Entwicklung mithalten könne. Aktuelle Beispiele dafür sind Unternehmen wie der Taxidienst Uber oder das Mitwohnportal Airbnb, die die Regierungen vor neue Aufgaben bezüglich Regulierungen stellen.

In Oakland traf Schneider-Amman zudem Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown. Bei dem Gespräch ging es um den wirtschaftlichen Austausch und Aktivitäten der Schweizer Unternehmen in Kalifornien - über 100 Schweizer leiten Firmen in der Region. Auch das Freihandelsabkommen TTIP sowie Klima-Auswirkungen im dürregeplagten Kalifornien kamen zur Sprache.

Am Dienstag steht ein Besuch bei Google und ein Workshop an der Stanford-Universität auf dem Programm bevor Schneider-Ammann am Mittwoch in die Hauptstadt Washington reist, wo er sich mit Vertretern der US-Regierung und Kongressmitgliedern trifft. Er wird dort eine Absichtserklärung zur Berufsbildung sowie eine Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung der Bio-Vorschriften beider Länder unterschreiben. Der USA-Aufenthalt endet am Freitag.

Die USA sind der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz und das wichtigste Zielland von Schweizer Direktinvestitionen. Die Kooperation mit den USA im Bereich Innovation ist heute bereits intensiv. So geben Schweizer Unternehmen von allen ausländischen Firmen auf dem amerikanischen Markt am meisten für Forschung und Entwicklung aus.