In vielen Wintersportgebieten werden in diesen Tagen die Skipisten künstlich eingeschneit. Gerade für tiefer gelegene Skigebiete ist die Beschneiung zu Beginn der Saison zentral. Ohne sie wäre der Schneesport nicht mehr rentabel, sagt etwa Peter Reinle, Marketingchef der Titlis-Bahnen.

November und Dezember sind die Zeit der technischen Beschneiung. Es gelte, auf den Hauptpisten gute Unterlagen zu schaffen. «Kunstschnee ist die bessere Unterlage als Naturschnee», sagt Reinle. Er sei kompakter. «Doch auch zum Fahren ist der technisch erzeugte Schnee heute viel besser als früher», sagt Reinle. Die Beschneiung am Anfang ist auch aus einem anderen Grund zentral, sagt Theo Schnider, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Sörenberg. Man müsse früh und schnell anfangen zu beschneien, weil der Gast zum Saisonauftakt optimale Pistenverhältnisse erwarte. Da nütze es auch nichts, wenn im März beste Schneeverhältnisse herrschen. Reinle verweist zudem auf die gestiegenen Ansprüche der Gäste. Der Skifahrer wolle heute Schneegarantie und erwarte, dass es auf der Piste keine Steine habe.

Millionen für Kanonen

Auf die technische Beschneiung kann nach Ansicht der Engelberger Touristiker aus wirtschaftlichen Gründen nicht verzichtet werden. «Wir machen das richtig mit, oder der Schneesport hat keine Zukunft», sagt Reinle. Das Obwaldner Skigebiet habe in den letzten Jahren denn auch fünf Millionen Franken in die technische Beschneiung investiert. Man habe diese massiv ausgebaut. Grund für den Ausbau war, dass heute für die technische Beschneiung weniger Zeit zur Verfügung steht. Weil es mehr warme Tage gibt, sind die Zeitfenster mit den für den Kunstschnee nötigen kalten Temperaturen kürzer geworden. Dazu komme, dass es vor 30 Jahren auf 1000 Meter Höhe mehr geschneit habe als heute, sagt Reinle.

Das Skigebiet erstreckt sich von dem auf 1050 Meter gelegenen Dorf Engelberg bis bis zum Kleinen Titlis auf 3030 Meter und hat 82 Pistenkilometer. 50 bis 60 Prozent davon werden technisch beschneit. Dafür stehen 140 Lanzen- und 70 Propellermaschinen zur Verfügung. Das Wasser für die Beschneiung liefert der Trübsee.

Naturschnee im Januar

In Sörenberg stammt das Wasser für den künstlichen Schnee aus Reservoirs, dem künstlichen Speichersee Schwand und dem natürlichen Eisee auf 1900 Metern über Meer. Die beiden Seen werden nächstes Jahr verbunden, um die Wasserversorgung zu sichern. Zum Glück habe es vor Saisonstart ausgiebig geregnet, sagt Schnider. Man brauche das Wasser neben dem Beschneien des Skigebiets auch für die fünf Restaurants.

Die Bergbahnen Sörenberg investieren laufend in die technische Beschneiung, insbesondere in neue Technologien, um effizienter zu schneien. Denn die beschneite Fläche könne nicht ausgedehnt werden wegen des Moorschutzes. Dort würden etwa keine grünen Flächen beschneit. 74 stationäre Lanzen und 52 mobile Propellermaschinen beschneien in Sörenberg die Hälfte der rund 60 Pistenkilometer. Erstmals beschneit wird in dieser Saison die Strecke von der Bergstation des Brienzer Rothorns bis ins Tal. Bereits Ende Dezember würden die ersten künstlichen Schneeerzeuger in Engelberg wieder abgebaut, sagt Reinle. Im Januar komme der Naturschnee, und es brauche nur noch Ergänzungen. (SDA)