E-Commerce

Schnäppchenportal Groupon meldet grösseren Quartalsverlust

Das Logo der Internetplattform Groupon (Archiv)

Das Logo der Internetplattform Groupon (Archiv)

Der Online-Handel erweist sich nicht immer als Goldgrube. Das Online-Schnäppchenportal enttäuschte die Anleger wieder einmal mit einem Verlust - obwohl der Umsatz gestiegen war.

Entgegen den Prognosen und Erwartungen enttäuschte der Online-Retailhandel im letzten Quartal mächtig: Beim Branchenriesen Amazon blieben Umsatz und Gewinn vor Weihnachten unter den Erwartungen, weil die Kunden nicht so viel über das Internet gekauft hatten, wie man sich das gewünscht hatte. Auch der Ebay-Umsatz lag unter den Erwartungen - im Januar verlangte der Raider Carl Icahn sogar eine Abspaltung des PayPal-Zahlungsdienstes.

Höherer Umsatz

So gesehen war der Umsatzanstieg beim Schnäppchenportal Groupon eine positive Nachricht: Das Unternehmen meldete für den Zeitraum zwischen Oktober und Dezember Verkäufe in Höhe von 768 Millionen Dollar, gut 80 Millionen mehr, als Analysten erwartet hatten. Allerdings enttäuschte der Gewinn des Portals, das mit Konkurrenten wie LivingSocial um Restaurants und Nagelstudios bei Rabattaktionen konkurriert. Mit solchen Anbietern teilt sich Groupon den Umsatz.

Groupon musste mehr für Marketing-Aktionen auslegen, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. So entstand ein Reinverlust von 81 Millionen Dollar, der zusätzlich noch durch kleinere Akquisitionen vergrössert wurde.

Neue Features

Webseiten wie Groupon müssen ständig mit neuen Features ihre Kunden bei Laune halten. Firmen, die etwas über Groupon verkaufen möchten, haben jetzt ein neues Selbstbedienungsportal, über das sie ihre Angebote eingeben können. Zuvor wickelte Groupon so etwas über Call-Center ab. Das soll die Kosten senken.

Von Analysten als mindestens so wichtig bewertet wurde eine Verstärkung des Managements um erfahrene Leute, die zuvor beim Reiseportal Orbitz und beim Retail-Riesen Walmart gearbeitet hatten.

Limiten der Expansion

Analysten zeigten sich besonders vom schwachen Wachstum des Umsatzes ausserhalb der USA enttäuscht. Rabatte, die von Geschäften vergeben werden, haben lediglich eine beschränkte regionale Reichweite. Die sogenannte Skalierbarkeit funktioniert, anders als bei anderen «reinen» Online-Geschäftsmodellen nicht.

Die zurückhaltende Wachstumsprognose kam bei Anlegern besonders schlecht an. Nachbörslich verlor die Aktie gestern in New York 1,5 Prozent.

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