Stahlkonzern unter Druck

Schmolz+Bickenbach kündigt im Kleingedruckten weniger Umsatz an

Gebäude der Stahlfirma Schmolz+Bickenbach (Archiv)

Gebäude der Stahlfirma Schmolz+Bickenbach (Archiv)

Der schlingernde Stahlhersteller rechnet in diesem Jahr mit einem etwas tieferen Umsatz. Die Information steht im Kleingedruckten eines Gutachtens - und wurde nicht über eine ad-hoc-Meldung der Börse verbreitet.

«Weil das wirtschaftliche Umfeld im Jahr 2013 weiterhin sehr herausfordernd ist, erwartet das Management von S+B, dass der Umsatz des Vorjahres (d.h. 2012) nicht ganz erreicht werden kann», hiesst es auf Seite 20 des heute früh veröffentlichten Gutachtens des Stahlkonzerns zur Ermittlung eines «fairen Wertes» der Aktie. Der Verwaltungsrat von Schmolz + Bickenbach, der bald abtreten wird, hatte dieses Gutachten kürzlich in Auftrag gegeben, um für die Kleinaktionäre ein besseres Angebot zu erreichen.

Ein tieferer Umsatz führt laut Firmenkreisen nicht zwingend auch zu einem tieferen Gewinn. Denn aufgrund des schwächeren Stahlmarktes könne Schmolz + Bickenbach auch den Stahlschrott günstiger einkaufen. Man sehe deshalb keinen Grund, die Gewinnprognose für dieses Jahr zu überarbeiten, heisst es aus dem Unternehmen am Montag weiter.

Höhere Kosten, tiefere Erlöse

Allerdings sind laut der Meldung zum ersten Quartal die Finanzierungskosten höher als im Vorjahr. Und ob sich die weiteren Ausgabeposten so rasch senken lassen, dass sich die Effekte der zurückgehenden Einkaufspreise beim Schrott nicht negativ auf den Gewinn auswirken, ist offen. Es waren im zweiten Quartal weder grosse Einschnitte beim Personalbestand noch Massnahmen, die auf eine günstigere Refinanzierung hinweisen, bekannt gegeben worden. Ein solcher Schritt wäre beispielsweise die Umwandlung der teuren Bankkredite in etwas weniger teure privat platzierte Notes gewesen.

Im ersten Quartal war der Umsatz um knapp 16 Prozent zurück gegangen. Der Materialaufwand war um 17 Prozent zurück gegangen. Mit anderen Worten: Der Effekt tieferer Einkaufspreise war im Zahlenwert kaum wirksam. Und die weiteren Kosten (Personalaufwand und sonstiger betrieblicher Aufwand) waren um weniger als 8 Prozent zurück gegangen.

Alleine aus dieser Überschlagsrechnung geht hervor, dass ein fallender Umsatz auch direkt auf das betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen durchschlägt. Schmolz + Bickenbach wird am 13. August im Rahmen eines Analystentags über das zweite Quartal informieren. Bis Montag Mittag stieg die Aktie von Schmolz + Bickenbach an der Schweizer Börse um 2 Prozent, entsprechend 6 Rappen, auf 3,11 Franken.

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