Saläre
Schlappe für Novartis: Aktionäre zeigen ihren Missmut über den Vergütungsbericht

Unmut an der Generalversammlung der Novartis: Die Aktionäre stimmten dem Vergütungsbericht nur mit 60Prozent zu. Im Vorfeld übte der bedeutende US-Stimmrechtsberater ISS Kritik am Lohn des neuen Alcon-Chefs Michael Ball. Alcon ist Teil des Novartis-Konzerns.

Andreas Möckli
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Hat gut lachen: 2016 erhielt Novartis-CEO Joe Jimenez (Mitte) einen Lohn von 10,6 Millionen Franken.

Hat gut lachen: 2016 erhielt Novartis-CEO Joe Jimenez (Mitte) einen Lohn von 10,6 Millionen Franken.

Nicole Nars-Zimmer niz

Der Verwaltungsrat von Novartis musste an der Generalversammlung in Basel eine Schlappe hinnehmen. Nur gerade knapp 60 Prozent der Aktionäre haben den Vergütungsbericht für das abgelaufene Jahr abgesegnet. Zustimmungswerte unter 80 Prozent gelten als klares Signal, dass ein verbreiteter Unmut über die Managerlöhne unter den Aktionären besteht. Auslöser für das schwache Resultat war der einflussreiche US-Stimmrechtsberater ISS, der sich gegen die Annahme des Vergütungsberichts aussprach.

ISS stört sich insbesondere an der Vergütung von Michael Ball, dem neuen Chef der Augenheilmittelsparte Alcon. Als Teil seines Lohns von 8,7 Millionen Dollar wurden ihm 50 000 Aktien gestaffelt über die nächsten drei Jahre zugeteilt. Diese haben einen Wert von 3,9 Millionen Dollar. ISS kritisiert, dass Ball dadurch 80 Prozent mehr verdiene als sein Vorgänger. Novartis argumentiert, dass die Zuteilung der Aktien für Ball an Ziele geknüpft seien, die in Verbindung mit der Erholung des kriselnden Alcon-Geschäfts stünden. ISS stört sich zudem an der Erhöhung der Fixlöhne einzelner Geschäftsleitungsmitglieder. ISS ist mit seiner Kritik am Vergütungsbericht nicht alleine. Auch die Genfer Anlagestiftung Ethos hat ein Nein empfohlen. Novartis hielt dazu fest, dass der Verwaltungsrat die von einer Anzahl Investoren und Stimmrechtsberatern erhaltenen Feedbacks prüfen und sicherstellen werde, dass das Vergütungssystem weiterhin im besten Interesse der Aktionäre und des Unternehmens sei.

Philips-Chef neu im Verwaltungsrat

Im Gegensatz zum Vergütungsbericht fiel die Zustimmung zur künftigen Vergütung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung deutlich aus. Seit dem Ja zur Abzockerinitiative muss die GV darüber gesondert abstimmen. Novartis beantragte für den Verwaltungsrat eine maximale Lohnsumme von 8,53 Millionen Franken, was die Aktionäre mit 95 Prozent der Stimmen absegneten. Für die Geschäftsleitung wurden maximal 99 Millionen Franken gefordert. Hier stimmten die Aktionäre mit 89 Prozent zu. Der Aktionärsberater ISS empfahl bei beiden Voten ein Ja.

Auch die Wahlen des Verwaltungsrats gingen glatt über die Bühne. Neu in das Gremium wurde Frans van Houten gewählt. Er ist Chef und Präsident des niederländischen Konzerns Philips.