Die UBS erschütterte heute Morgen die Finanzwelt: Ein Investmentbanker soll in London mit unerlaubtem Handel zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt haben.

Beim Investmentbanker handelt es sich um einen 31-Jährigen, wie die UBS bestätigt. Dazu wurde heute Morgen früh der offenbar betroffene UBS-Mitarbeiter um 3.30 Uhr im Zentrum der britischen Hauptstadt verhaftet.

Er ist seither in Gewahrsam, wie die Polizeibehörden bestätigen. Bei dem Verhafteten soll es sich um K.A. handeln (siehe Bild), der in der Londonder UBS-Abteilung «Exchange-Tradet-Funds» arbeitet. Der Banker stammt aus Ghana. K. A. wird verdächtigt, seine Position missbraucht und der Bank einen Schaden von rund 2 Milliarden Dollar zugefügt zu haben.

Kontrollmechanismen versagten – Image der UBS dürfte zu leiden haben

Unter den milliardenschweren Fehlspekulationen dürfte das Image der Schweizer Grossbank erneut zu leiden haben. Die Meldung sei «katastrophal» für die Bank, das Institut werde wohl wieder Vertrauen einbüssen, sagten Händler. Offenbar gelang es dem Londoner Händler, die Kontrollmechanismen auszuhebeln und auf eigene Faust mit grossen Beträgen zu handeln.

Dem Risk Management, das die Bank nach riesigen Verlusten im US-Hypothekenmarkt stark umgebaut hatte, stellt dies keine gute Note aus. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Grossbank wegen des Beinahezusammenbruchs im Zuge der Finanzkrise unter enormem Abfluss von Kundengeldern zu leiden

Erinnerungen an Jerome Kerviel

Der Spekulationsfall erinnert an die französische Grossbank Société Générale, die vom Wertpapierhändler Jerome Kerviel Anfang 2008 an den Rand des Zusammenbruchs gebracht worden war. Die französichen Richter verurteilten ihn 2010 zu fünf Jahren Haft. Zwei Jahre der Strafe setzten die Richter auf Bewährung aus.

Das Gericht befand Kerviel in allen drei Anklagepunkten für schuldig: Computermissbrauch, Veruntreuung und Fälschung. Zudem ordnete das Gericht an, dass Kerviel seinem früheren Arbeitgeber den entstandenen Handelsverlust in Höhe von 4,9 Milliarden Euro erstatten muss – obwohl er in seinem Leben höchstwahrscheinlich nie in der Lage sein wird, dies zu tun.