Schindler wird gegen den Entscheid des Gerichts der Europäischen Union rekurrieren, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Schindler sei vom Entscheid "sehr enttäuscht".

Das Gericht reduzierte lediglich die Busse gegen den deutschen Konzern ThyssenKrupp. Die Strafe gegen Schindler in Höhe von 143,7 Mio. Euro bleibt somit bestehen. Die Busse sei bereits im Jahr 2007 bezahlt und verbucht worden, sagte eine Schindler-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Schindler war im 2007 von der EU-Kommission zusammen mit weiteren Konzernen wegen illegaler Preisabsprachen gebüsst worden. Die Lifthersteller Schindler, ThyssenKrupp, Otis und Kone sollen von 1995 bis 2004 in Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden Aufträge aufgeteilt haben.

Schindler hatte 2005 begrenzte Verstösse in einzelnen EU-Ländern zugegeben, europaweite Wiederhandlungen aber bestritten. Man sei enttäuscht, dass diese "lokalen" Verstösse nicht hätten verhindert werden können, hatte es damals geheissen.

Schadenersatzklage

Die EU-Kommission hat neben der Busse zusätzlich auch Schadenersatz von den Konzernen verlangt. In der 2008 in Brüssel eingereichten Klage forderte sie eine Entschädigung, weil die Hersteller beim Einbau der Lifte in EU-Gebäuden angeblich überhöhte Rechnungen gestellt hatten.

Schindler äussere sich nicht zu laufenden Verfahren, sagte die Sprecherin. Der Entscheid des Gerichts der Europäischen Union habe aber keinen Einfluss auf andere Klagen.