Wirtschaft

Schausteller und Markthändler fordern in Offenem Brief von Bundesrat Hilfe

Sehen rot: Die Schweizer Schausteller und Marktfahrer – im Symbolbild die Chilbi Baar – leiden seit Ende Februar unter dem Verbot von Grossanlässen.

Sehen rot: Die Schweizer Schausteller und Marktfahrer – im Symbolbild die Chilbi Baar – leiden seit Ende Februar unter dem Verbot von Grossanlässen.

Die Verbände der Schweizer Schausteller, Markthändler und Zirkusse fordern vom Bundesrat Hilfe. Die meisten dieser Familienbetriebe stünden vor dem Aus. Und damit ein Teil breit verankerter Volkskultur.

(sat) Es sei zwar offensichtlich, dass Volksfeste und behördlich vorgeschriebene Distanzregeln kaum miteinander vereinbar seien, halten die Berufsverbände in einem gemeinsamen Offenen Brief fest. Doch in der Coronakrise ohne Zürcher Knabenschiessen, Basler Herbstmesse oder Lozärner Määs stünden ihre Mitglieder nun alleine da: «Keine politische Partei, kein Wirtschaftsverband, keine Kulturvereinigung» sei auf ihrer Seite, steht im Brief an Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Das Schreiben, worüber Radio SRF zuerst berichtete, haben die Verbände zudem im Internet aufgeschaltet.

«Für die Schausteller bedeutet das Existenzangst, weil sie keine Einnahmen mehr generieren können», sagte Peter Howald gegenüber SRF. Für den Präsidenten des Schaustellerverbands Schweiz ist denn auch klar, dass viele seiner Mitgliederbetriebe Konkurs gehen werden wenn nun nicht noch etwas passiere. «90 Prozent überleben das nicht», so Howald Die bisher vom Bund vorgestellten Coronahilfskredite oder Entschädigungslösungen seien für diese KMU nämlich meist nicht praktikabel oder könnten den Verdienstausfall niemals decken.

«Es darf nicht sein, dass man die Schausteller und Markthändler weiterhin ihrem Schicksal überlässt», fordern deren Verbände in dem Offenen Brief. Damit eine branchenspezifische Lösung für Marktfahrer, Schausteller und Zirkusse gefunden werden könne, brauche es eine Sitzung mit Bundesrat Guy Parmelin und Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, der Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Das Seco stellt laut SRF eine Antwort auf den Offenen Brief so bald als möglich in Aussicht. Wann Treffen mit mehr als fünf Personen wieder erlaubt sein werden ist derzeit nicht bekannt. Und damit erst recht nicht, wann Grossveranstaltungen wie Zirkusvorstellungen oder Jahrmärkte wieder erlaubt sein werden.

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