"Soziale Medien geben Gangstern, Schmugglern, Schleppern und Ausbeutern eine Kommunikationsplattform mit Turbomotor", sagte Doyle am Freitag in Genf in einem ungewöhnlich emotionalen Appell. "Die Menschen sind nur einen Klick von den Schleppern und ihren Lügen entfernt."

Die IOM versuche ständig, Facebook und anderen Plattformen zum Einschreiten zu bewegen, aber ohne Erfolg. "Sie sagen uns: "Zeigt uns die zu beanstanden Seiten und wir nehmen sie runter." Aber es ist nicht unsere Aufgabe, die Seiten auf Facebook zu überwachen, das muss das Unternehmen selbst tun", sagte Doyle.

Wer pornografische Seiten aufrufe, bekomme oft ein Fenster eingeblendet mit einer Warnung vor Gefahren und kriminellen Aktivitäten. So etwas sei bei perfiden Angeboten von Schleppern auch möglich, sagte Doyle. Soziale Medien hätten die Verantwortung, die Menschen über die Risiken der Flucht mit einem Schlepper aufzuklären.

Die Organisation hat nach Angaben Doyles in diesem Jahr gut 14'000 Flüchtlinge, die in Folterlager in Libyen gerieten, bei der Rückkehr in ihre Heimatländer unterstützt. Menschenhändler foltern dort Migranten und schicken oft Videos davon an die Familien, um Geld zu erpressen.