Die Bank Coop hat den Börsenkurs der eigenen Aktie manipuliert – dem ehemaligen CEO droht deswegen ein dreijähriges Berufsverbot. Zudem sorgte das Basler Finanzinstitut vor einigen Monaten bereits mit falsch versandten Kontoauszügen für Negativschlagzeilen.

Welche Auswirkungen haben diese Skandale auf das Image der Marke Coop? Schliesslich hat die Bank Coop den gleichen Namen und das gleiche Logo wie der zweitgrösste Detailhändler des Landes.

Und viele Leute wissen nicht, dass die Bank Coop bereits seit 2000 der Basler Kantonalbank gehört.

Die Coop-Gruppe war Ende 2013 nur noch zu 10,4 Prozent an der Bank beteiligt. Trotzdem machte der Detailhandelskonzern gestern keine Anstalten, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass die Bank Coop nicht zur Gruppe gehört.

Christian Belz, Direktor des Instituts für Marketing an der Universität St. Gallen, hält diese Strategie für richtig: «Es könnte kontraproduktiv sein, jetzt überall herumzuschreien: Wir haben mit der Bank Coop nichts zu tun!» Viele Leute würden dann denken: Typisch Wirtschaft, bei Fehlern übernimmt niemand die Verantwortung.

Aussergewöhnliche Freiheiten

Coop hätte sich beim Verkauf dafür einsetzen können, dass die Bank Coop einen anderen Namen und ein anderes Logo erhält, sagt Belz. Das habe man aber nicht getan und dadurch nahm man eine Verknüpfung der beiden Firmen bewusst in Kauf. «Nun muss Coop mit dieser Situation leben.»

Gleicher Meinung ist Markenexperte Stefan Vogler: «In der Regel befürworte ich eine offensive Kommunikationsstrategie, nicht so in diesem Fall. Hier ist es wohl besser, die Krise auszusitzen.»

Für Vogler ist es jedoch unverständlich, dass Coop beim Verkauf der Bank Coop an die Basler Kantonalbank seine Markenrechte nicht stärker schützen liess. «Es ist sehr ungewöhnlich, dass jemand ohne Weiteres seinen Namen und gar sein Logo in fremde Hände gibt – schliesslich hat man danach keine Kontrolle mehr darüber.» Normalerweise vereinbare man in solchen Fällen eine Übergangsfrist, in der Name und Logo verwendet werden dürfen. Bei Coop war das nicht der Fall.

Trotz allem geht Vogler nicht davon aus, dass die Skandale der Bank Coop dem Detailhändler nachhaltig schaden werden: «Bei Leuten, die nicht wissen, dass die Bank Coop schon lange nicht mehr zum Detailhandelsunternehmen gehört, wird das Image zwar eine Delle erhalten – mehr aber nicht.»

Schliesslich sei Coop eine der stärksten Marken der Schweiz. Diese Glaubwürdigkeit gehe nicht von heute auf morgen verloren.