Gegen den Unternehmer Hansjörg Wyss, ehemaliger CEO des Medizinaltechnik-Konzerns Synthes, wurde im US-Bundesstaat Washington eine Schadenersatzklage eingereicht, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

In einer Zivilklage muss sich Wyss gegen die Anschuldigung wehren, er habe als CEO von Synthes eine Reihe von Testoperationen mit dem neuen Knochenfüller an der Wirbelsäule veranlasst. Dabei war Norian XR damals nur für Operationen am Schädel und an Gliedern zugelassen. Auf dem Beipackzettel stand sogar die ausdrückliche Warnung, der Knochenzement dürfe nicht für Wirbelkompressionsbrüche verwendet werden, wie sie bei Reba Golden diagnostiziert wurden.

«Ich habe damit überhaupt nichts zu tun», sagt Hansjörg Wyss gegenüber der «SonntagsZeitung». Er habe die Patientin nicht gekannt «und nie mit dem Doktor über die Operation gesprochen».

Die Klage könnte teuer werden für Wyss und seine Mitbeklagten, einen Arzt, das Spital, die Universität, den Staat Washington, Synthes und mehrere von deren Ex-Mitarbeitern. Im Namen einer  Hinterbliebenen verlangt der Rechtsanwalt Daniel Hannula Schadenersatz mit zusätzlicher Strafkomponente.

Zudem fordert er eine Entschädigung unter dem sogenannten «Rico»-Gesetz für organisiertes Verbrechen. Dieses Gesetz sähe für jeden der gegen 40 Schadenpunkte eine Busse von einer Viertelmillion Dollar und eine Verdreifachung der Entschädigungssummen vor. «Ich kann keine Zahl nennen», sagt Hannula, «aber es wird ein namhafter Betrag sein.»

Es ist nicht die einzige Knochenzement-Klage ­gegen Wyss. Praktisch identische Vorwürfe erhebt Hannula im Namen eines anderen Norian-Opfers. Und in Kalifornien hat der Rechtsanwalt Greg Rueb zwei weitere Schadenersatzklagen aufgegleist.