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SBB wollen Preise noch einmal erhöhen

Die Preise für Pendler steigen und steigen. Ein Ende dieser Tendenz ist aber nicht auszumachen - im Gegenteil: SBB-Chef Andreas Meyer kündigt bereits eine neue Preisrunde an.

SBB-Chef Andreas Meyer gibt keine Ruhe: Im Interview mit der «Sonntagszeitung» kündigt Meyer weitere Preiserhöhungen an. «Wir denken an neue Preiserhöhungen für 2011». Diese liegen laut dem SBB-Chef bei drei Prozent pro Jahr.

Grund der erneuten Preiserhöhungen: «Um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden, investieren wir beispielsweise bis 2030 rund 20 Milliarden Franken in neue Züge. Diese Züge müssen wir aus eigenen Mitteln finanzieren, unter anderem aus dem Verkauf von Abos und Billeten.»

Zudem sei das Eisenbahnsystem nicht nachhaltig finanziert. Das mache weitere Preiserhöhungen unumgänglich. «Über mehrere Jahre hinweg eventuell sogar insgesamt im zweistelligen Prozentbereich.»

SBB baut Schalter ab
Derweil hat die SBB ihr neues Verkaufskonzept implementiert. Dabei wollen die SBB laut der Zeitung «Sonntag» die Zahl der Billettschalter zugunsten von «betreuten Selbstbedienungszonen» abbauen.

So haben die SBB für den Bahnhof Bern aufgrund ihrer neuen Verkaufsphilosophie ein Umbauprojekt von sieben Millionen Franken für 2011 beschlossen. Die Zahl der Verkaufspunkte im Bahnhof Bern wird von fünf auf einen reduziert, wie die SBB bestätigen. Im Gegenzug steigt die vermietbare Verkaufsfläche, wodurch die Bahn ihre Mieteinnahmen langfristig erhöhen kann.

Gewerkschaft befürchtet Stellenabbau
Bereits umgesetzt ist das neue Konzept in Zürich und Freiburg; Basel, Biel, Zug und Genf Flughafen haben die SBB zu «Pilot-Bahnhöfen» erklärt, wo das neue Konzept getestet wird. Dieses führt dazu, dass die SBB weniger Schalterbeamte für den Billettverkauf benötigen. Doch das Personal soll nicht entlassen, sondern für andere Aufgaben eingesetzt werden, wie die SBB betonen.

Die Verkaufsmitarbeiter würden künftig im Verkehrs- oder Ereignismanagement wie etwa bei Zugausfällen oder Grossanlässen eingesetzt. Die Eisenbahnergewerkschaft SEV befürchtet dennoch einen schleichenden Stellenabbau und kritisiert das neue SBB-Konzept als «Strategie, den Kundenservice kontinuierlich zu reduzieren.»

SBB-Chef Andreas Meyer verteidigt hingegen das Konzept, das «effizientere Auskünfte und bedürfnisgerechtere Bedienung der Kunden» erlaube.

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