öV

SBB verdienen mit 1. Klasse viel weniger als mit 2. Klasse

Eine SBB-Zugbegleiterin konrtolliert im 1. Klasse-Wagen des ICN von Zuerich nach Genf Billette.

Eine SBB-Zugbegleiterin konrtolliert im 1. Klasse-Wagen des ICN von Zuerich nach Genf Billette.

Die SBB verdienen mit der 1. Klasse viel weniger als mit der zweiten, wie interne Dokumente der Bahn zeigen. Insgesamt werde in der 2. Klasse pro Nutzfläche 1,7-mal mehr Erlös generiert als in der 1. Klasse. Die SBB will Gegensteuer geben.

Die 1. Klasse ist der Geldesel der SBB. So die landläufige Meinung. Doch sie stimmt nicht. Ein SBB-internes Dokument, das «20 Minuten» publik machte, zeigt es nun: Die SBB verdienen mit der 1. Klasse viel weniger als der 2.

«2. Klasse ist profitabler als 1. Klasse» steht in fetten Lettern auf der Power-Point-Folie zur strategischen Angebotsplanung im Personenverkehr aus dem Jahr 2010.

Insgesamt werde in der 2. Klasse pro Nutzfläche 1,7-mal mehr Erlös generiert als in der 1. Klasse.

Der Grund dafür: Der höhere Preis für 1.-Klass-Billette vermöge die niedrigere Auslastung und den höheren Flächenverbrauch pro Sitzplatz nicht auszugleichen.

Die SBB-Medienstelle sagt, dass die Daten nicht mehr aktuell sind. «Mit den Tarifmassnahmen 2011 und 2012 wurden die Billettpreise für 1.-Klass-Kunden überdurchschnittlich angehoben», erkärt Sprecher Reto Schärli dem Pendlerblatt.

Dadurch sei der unterschiedliche Kostendeckungsgrad der beiden Klassen verringert worden. Details nennt Schärli aber nicht.
Diese Zahlen geben jenen Politiker Aufwind, die die Abschaffung der 1. Klasse forderten, damit es in den Zügen mehr Platz für alle gibt. Die Berner Nationalrätin Aline Trede (Grüne) hat genau das verlangt. Für sie sind die Zahlen «eine Genugtuung», wie sie sagt.

Um die 1. Klasse rentabler zu machen, schlagen die SBB im Papier vor, die Preise anzupassen und die 1. Klasse zu redimensionieren. (rsn)

Meistgesehen

Artboard 1