Bahngastronomie

SBB möbelt Speisewagen auf und setzt auf «Swissness»

Blick in einen neuen Speisewagen

Blick in einen neuen Speisewagen

Freunde der rollenden Gastronomie können sich freuen: Bis 2013 modernisiert die SBB ihre 18 einstöckigen Speisewagen für 6,5 Millionen Franken. Kulinarisch setzt die SBB-Gastronomietochter Elvetino vermehrt auf «Swissness».

Auffälligstes Merkmal der modernisierten Speisewagen des Typs WRm IV ist der Aussenanstrich: das Rostrot ist einem leuchtenden Rot gewichen, das durch ein durchgehendes weisses Band durchbrochen wird. Der erste Wagen rollte am Donnerstag aus der SBB-Werkstätte in Zürich-Altstetten. Fahrplanmässig eingesetzt wird er Anfang September.

So sieht er aus, der neue Speisewagen

So sehen die neuen Speisewagen aus

Das Interieur ist in der Grundstruktur erhalten geblieben, wirkt aber durch neue Farbgebung, Fenster, Teppiche und Stuhlüberzüge aus Kunstleder luftiger und frischer. Erneuert und funktionaler gestaltet wurde auch die Küche. Die Sitzzahl blieb mit 56 Plätzen unverändert.

Gastronomie - Visitenkarte für SBB

Das Speisewagen-Catering habe bei der SBB schon verschiedene Höhen und Tiefen erlebt, räumte die Leiterin Personenverkehr, Jeannine Pilloud, anlässlich des Rollouts des ersten modernisierten Speisewagens ein. Die SBB sei aber wieder bereit, in diesen Bereich zu investieren. Die Bahngastronomie sei eine wichtige Visitenkarte für die SBB.

Mehr einheimische Produkte

Neue Wege beschreitet die SBB-Tochter Elvetino beim kulinarischen Angebot, wie deren Chef Yvo Locher erklärte. Serviert werden Leckereien, die regional und saisonal abgestimmt sind. Zudem gibt es mehr vegetarische Gerichte und es wird mehr auf Fairtrade geachtet.

Neu wird die Speisekarte monatlich gewechselt. Voll auf "Swissness" setzt Elvetino bei den Weinen: Serviert werden rote und weisse Tropfen aus dem Wallis, aus der Waadt, dem Tessin und der Region Genf. Auch bei den Käsen setzt Elvetino ausschliesslich auf Schweizer Produktion.

Die Rezepte stammen von Fernsehkoch Andreas C. "Studi" Studer, der Anfang Jahr den Westschweizer Starkoch Philippe Rochat abgelöst hat. Dessen Engagement bei Elventino ist vorerst auf ein Jahr beschränkt.

Insgesamt betreibt die SBB-Tochter 95 Speisewagen in der Schweiz und erzielt damit einen jährlichen Umsatz von 20 Millionen Franken. Im Gegensatz zu den Minibars, die einen grossen logistischen Aufwand erfordern, seien die Speisewagen selbsttragend, sagte Loch. Elvetino beschäftigt 950 Personen.

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