Insbesondere in den Bereichen Qualität und Verfügbarkeit des Netzes sowie der Produktivität schnitt die SBB schlecht ab. Das geht aus einem unveröffentlichten Bericht über die Leistungsvereinbarung zwischen SBB und dem Bund hervor, über den die "NZZ am Sonntag" berichtete. Die SBB bestätigte am Sonntag auf Anfrage die von der Zeitung publik gemachten Angaben.

Die Betriebskosten und der Unterhalt des Bahnnetzes kosteten demnach mehr als geplant. Zudem mussten die Passagiere zu häufig wegen Unterhaltsarbeiten auf einen Bahnersatzbus umsteigen: Die SBB setzte auf etwa 0,8 Prozent der gefahrenen Kilometer aus diesem Grund Busse ein und verfehlte den Zielwert von 0,19 Prozent damit deutlich.

Auch bei den Schienenfehlern konnte die SBB die Zielvorgabe nicht einhalten: Statt maximal 1489 verzeichnete sie vergangenes Jahr fast 5000 Schienenfehler. Die Kosten für die Erneuerung eines Meters Trassee lagen mit 1808 Franken ebenfalls höher als angepeilt (Ziel: 1486 Franken).

Zu ehrgeizige Ziele

Die SBB erklärte das schlechte Abschneiden auf Anfrage damit, dass die Ziele in den Jahren 2009 und 2010 vereinbart worden waren, als man noch nicht gewusst habe, wie gross der Nachholbedarf beim Netz effektiv sei. Einige Ziele hätten sich daher als zu ambitiös erwiesen. Verglichen mit anderen Bahnunternehmen sei die Situation der SBB aber gut.

Gute Noten gab es für die SBB bezüglich der Sicherheit. Lediglich einen Zusammenstoss verzeichnete die SBB vergangenes Jahr - das ist das beste Ergebnis seit der Einführung der Leistungsvereinbarungen. Auch gab es nur eine Entgleisung.

Die Leistungsvereinbarung garantiert der SBB für Betrieb und Unterhalt des Netzes zwischen 2013 und 2016 total 6,6 Milliarden Franken. SBB und Bundesamt für Verkehr (BAV) verhandeln derzeit über die Leistungsvereinbarung für den Zeitraum 2017 bis 2020.