Ich habe die Szene noch vor Augen, als wäre es gestern gewesen: Mit einem Fünfliber in der Hand bin ich mit meinem Schulkollegen durch das ganze Dorf gelaufen, um am Kiosk beim Bahnhof ein paar Panini-Bildchen zu kaufen.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gab es damals, vor ungefähr 15 Jahren, für fünf Franken 8 Päckchen und 20 Rappen Rückgeld.

Ob ich diesen Preis damals fair fand, weiss ich nicht mehr. Was ich aber weiss: Heute wäre er fantastisch – vor allem am Kiosk.

Wo die Panini-Bilder am günstigsten sind

Wo die Panini-Bilder am günstigsten sind

Gestern war der offizielle Verkaufsstart für die Panini-Bildchen zur Fussball-WM 2014 in Brasilien.

Panini hofft, in der Schweiz rund 250 Millionen Bilder zu verkaufen, wie ein Sprecher der «Nordwestschweiz» sagte. Das wäre ein geschätztes Umsatzvolumen von 45 Millionen Franken.

Die Bedingungen sind optimal: Erstens ist es eine Welt- und nicht nur eine Europameisterschaft – das sorgt gemäss Migros für rund 20 Prozent höhere Umsätze.

Und zweitens ist die Schweiz mit von der Partie, was die Einkünfte etwa 10 Prozent höher ausfallen lässt.

Während es die Sticker früher praktisch nur am Kiosk gab, will sich heute jeder ein Stückchen vom Kuchen abschneiden.

Es gibt kaum mehr einen Laden, in dem die Schweizer ihre Sammellust nicht befriedigen können.

Eine Tour de Detailhandel zeigt aber, dass die Preisunterschiede zwischen den Anbietern enorm sind. Vergleichen lohnt sich – vor allem, wenn man eine ganze Box mit 100 Päckchen (à fünf Bildchen) kaufen will.

Wer eine falsche Einkaufspolitik betreibt, kann für seinen Shaqiri, Messi oder Cristiano Ronaldo bis zu 30 Prozent zu viel bezahlen.

Am teuersten wird das Sammeln für jene, die ihre Bilder bei der Post oder am Kiosk kaufen.

Abgesehen vom Preis haben diese beiden Verkaufsstellen aber nicht viel gemeinsam: Während die gestern besuchte Poststelle die Panini-Bildchen erst auf Nachfrage aus dem Schrank holte, waren am Kiosk die Fussballbilder und das Album prominent platziert. Das Panini-Herzblut haben die einstigen Alleinherrscher also nicht verloren.

Im Mittelfeld positionieren sich Migros und Coop. Bei beiden kostet ein Päckchen 90 Rappen, wer 100 auf einmal kauft, bekommt keinen Rabatt.

Was bei der Migros auffällt: In einigen Filialen werden die Sticker nicht an der Kasse, sondern nur am Kundendienst verkauft.

«Der Grund ist, dass der Bezahlvorgang durch das Abzählen von grösseren Mengen von Stickerpacks deutlich verlangsamt würde», erklärt eine Sprecherin.

Die Discounter machen ihrem Namen alle Ehre: Sowohl bei Denner als auch bei Lidl gibt es die Box nochmals zehn Franken günstiger als bei Migros und Coop.

Die deutschen Discounter scheinen das Schweizer Panini-Fieber aber noch nicht so ganz verinnerlicht zu haben: Bei Lidl sind nämlich keine Alben erhältlich und bei Aldi war gestern bezüglich Panini-Bilder noch gar nichts zu wollen. Die Lieferung komme erst am Samstag, hiess es.

Echte Sparfüchse geben sich aber auch mit den Discountern nicht zufrieden. «Ich bin doch nicht blöd» – wer beim Albumfüllen sein Portemonnaie wirklich schonen will, muss zu Mediamarkt gehen. Dort gibt es eine Box für 70 Franken.

Das ist einsame Spitze und wird nicht einmal von den Anbietern im Internet getoppt. Zum echten Panini-Weltmeister fehlt Mediamarkt aber eine wichtige Voraussetzung: das Album.

Dieses sucht man im Elektronik-Fachmarkt vergeblich. Am besten geht man deshalb vorher noch kurz bei Denner vorbei. Dort gibt es dieses für 2.60 Franken, so günstig wie sonst nirgends.