Regionalpräsident

Rücktrittsforderung: Bei der Migros Neuenburg-Freiburg kommt es gerade zu einer Meuterei

Wehrt sich gegen die Vorwürfe der Migros-Zentrale: Damien Piller. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Wehrt sich gegen die Vorwürfe der Migros-Zentrale: Damien Piller. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der umstrittene Regionalpräsident der Migros Genossenschaft gerät zunehmend unter Druck. Nun reagiert seine eigene Personalkommission.

Der Druck auf Damien Piller steigt. Der Präsident der Migros Genossenschaft Neuenburg-Freiburg ist seit Monaten mit heftigen Vorwürfen der Migros-Zentrale in Zürich konfrontiert. Er soll sich bei zwei Bauprojekten der Migros im Kanton Freiburg persönliche bereichert haben – ein Vorwurf, den Piller komplett abstreitet. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Doch nun hat sich auch seine eigene Personalkommission von ihm abgewandt. Sie fordert den sofortigen Rücktritt Pillers und der restlichen Verwaltung. Am Mittwoch habe man eine ausserordentliche Mitarbeiterversammlung durchgeführt, schreibt die Kommission in einer Medienmitteilung. Dabei sei klar geworden, dass das Vertrauensverhältnis zwischen der Migros-Führung und den Angestellten nicht mehr vorhanden sei. Die Kommission hat die Verwaltung via Brief über ihre Rücktrittsforderung informiert.

Pillers Anwalt schiesst zurück

«Der Imageschaden ist enorm», schreibt Kommissionspräsident Alain Montani im Communiqué. Es sei skandalös, dass die Verwaltungsmitglieder, die das Vertrauen der ganzen Unternehmung verloren hätten, sich an ihren Sitzen festklammern. Der Detailhandel befände sich in einer schwierigen Phase und vom Personal würden grosse Opfer verlangt. Viele Angestellte würden um ihre Jobs bangen. Der Rücktritt der Verwaltung ist aus Sicht der Kommission der einzig mögliche Weg, um wieder etwas Ruhe in den Alltag der Genossenschaft zu bringen.

Die Antwort der Verwaltung liess nicht lange auf sich warten. Via Pillers Anwalts verschickte sie dreieinhalb Stunden später ein eigenes Communiqué. Darin bedauert sie, dass sich die Probleme als schwieriger erweisen, als sie es zuvor schon waren. Zudem kritisieren Piller und seine Amtskollegen, dass man im Vorfeld nicht über die ausserordentliche Abstimmung informiert wurde und keine Möglichkeit für eine Stellungnahme erhielt. Jegliche Rücktrittsforderungen seien wenn schon in Richtung des Migros Genossenschaftsbunds zu richten, der die Migros-Werte missachte.

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