Hörgeräte

Rückruf eines Hörgeräteimplantats von Sonova - Aktie taucht

Sitz von Renova in Stäfa.

Sitz von Renova in Stäfa.

Der Hörgeräte-Hersteller Sonova (ehemals Phonak) ruft ein Produkt der erst vor einem Jahr übernommenen US-Tochter Advanced Bionics zurück. In bisher zwei Fällen habe das Hörimplantat HiRes 90K wegen eines Defekts operativ entfernt werden müssen.

Die Patienten klagten dabei 8 bis 10 Tage nach Inbetriebnahme des Geräts über starke Schmerzen und allzu laute Geräusche sowie Schockempfindungen, wie Sonova am Dienstag mitteilte. Das Unternehmen nimmt das Produkt weltweit vom Markt. Es handle sich um eine freiwillige Vorsichtsmassnahme. Das Risiko schwerer Schäden für die Kunden sei gering, hiess es.

Betroffen ist ein so genanntes Cochlea-Implantat, das sich für Patienten mit schwerem Hörverlust eignet. Diese Geräte bestehen aus einem externen Sound-Prozessor, der Geräusche in digitale Signale umwandelt, einer Sendespule mit Magnet, welche die Signale an das Implantat weiterleitet und einer in die Cochlea (Hörschnecke) implantierten Elektrode, die den Gehörnerv stimuliert.

Wie Sonova-Sprecher Holger Schimanke auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, wurde das Produkt bislang weltweit 28'000 Mal implantiert. Wieviele Patienten in welchen Ländern das Gerät erhielten, gab er nicht bekannt. Das Produkt sei aber auch in der Schweiz verkauft worden.

1000 Fälle werden analysiert

Rund 1000 Fälle, bei denen die Implantierung noch nicht lange zurückliegt, würden nun genauer geprüft, sagte Schimanke. Im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres erzielte Sonova mit HiRes 90K einen Umsatz von 66 Mio. Franken.

Da das Produkt von der US-Tochter Advanced Bionics hergestellt wird, hat Sonova die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA unterrichtet. Man arbeite zusammen an einer Lösung des Problems. Zurzeit könne keine Prognose zu den Auswirkungen des Rückrufs auf die Unternehmensergebnisse gemacht werden.

Anleger reagierten verunsichert. Die Aktien von Sonova reagierten mit deutlichen Abschlägen. Sie standen kurz vor Mittag 7 Prozent schwächer auf 124.30 Franken.

"Ein Rückruf ist nicht nur imagemässig ein Problem", sagte ein Händler. Es könnten Schadenersatzforderungen und Abschreibungen auf Lagerbeständen auf die Firma zukommen. Längerfristig könnte dies Sonova schaden, kommentierte die Deutsche Bank.

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