Wirtschaft

Ruag International verschärft Sparkurs und streicht bis zu 150 Jobs

© Nadia Schärli

Der Absturz der Luftfahrt in der Coronakrise und die Aufspaltungskosten haben bei Ruag International nun auch Auswirkungen auf die Angestellten. Bis zu 150 Stellen werden bis Ende 2021 abgebaut, teilte das Unternehmen am Montag mit.

(sda/agl) Im Fokus ist dabei der Bereich der globalen Support-Funktionen des Unternehmens, der etwa die IT oder das Personalwesen umfasst. Derzeit bietet er noch insgesamt 450 Vollzeitstellen. Von diesen soll nun also bis Ende 2021 etwa ein Drittel gestrichen werden. Wie ein Sprecher auf Anfrage sagt, werden wohl alle Standorte der Corporate Services betroffen sein: Emmen, Bern, Thun und Zürich.

Man strebe für alle Mitarbeitenden «faire und sozialverträgliche Lösungen» an, hiess es in dem Communiqué weiter. In der Schweiz sei konkret ein Sozialplan vorgesehen. Ausserdem soll der Rückgang soweit möglich über natürliche Fluktuation oder Pensionierungen auffangen werden.

Wie es nun geschäftlich weitergeht, ist gemäss dem Unternehmen schwierig abzuschätzen. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man davon aus, das es einige Jahre dauern werde, bis die aviatiknahen Segmente wieder Auslastungen auf Vorkrisenniveau haben werden.

Reinverlust im ersten Halbjahr

Der Luft-, Raumfahrt und Rüstungskonzern hatte im ersten Halbjahr einen Reinverlust von 48 Millionen Franken erlitten. Insbesondere die beiden in der Luftfahrt tätigen Geschäftsbereiche Flugzeugstrukturbau und Flugzeugunterhalt hätten die Auswirkungen der Coronapandemie deutlich gespürt.

Seit Anfang Jahr operiert Ruag International als eigenständiges Unternehmen und soll in den nächsten Jahren weiterentwickelt und schrittweise privatisiert werden. Mit der Bilanzspaltung, die der Bundesrat am 22. April zur Kenntnis genommen hat, wurde die Entflechtung per Mitte 2020 materiell abgeschlossen.

Es ist nicht der erste Stellenabbau, den der Rüstungskonzern in diesem Jahr bekanntgibt. Im Februar wurde bereits die Streichung von 90 Stellen im Flugzeugstrukturbau in Emmen angekündigt. Die Gewerkschaften Syna und Unia zeigen sich über den weiteren Abbau enttäuscht. Dieser sei «eine direkte Folge des Entscheides des Bundesrates, die Ruag aufzuteilen und zu privatisieren», wie sie in einer gleich lautenden Mitteilung schreiben. Die Sozialpartner verlangen vom Bundesrat und den Arbeitgebern, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen und «einen Stellenabbau verhindern».

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