Diese feindselige Stimmung bereite oft den Boden für Gewalt gegen Medienschaffende oder staatliche Repression, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

Vier der fünf Länder, die in der neuen ROG-Rangliste der Pressefreiheit am stärksten nach unten gerutscht sind, befinden sich in Europa: Die EU-Mitglieder Malta, Tschechien und Slowakei sowie Serbien. In diesen Ländern seien Spitzenpolitiker durch Anfeindungen, Beschimpfungen und juristische Schritte gegen Journalisten aufgefallen.

Auch in so unterschiedlichen Staaten wie den USA, Indien und den Philippinen verunglimpften hochrangige Politiker, darunter auch Staatschefs, kritische Journalisten gezielt als Verräter.

An der Spitze der Rangliste mit 180 Ländern steht weiterhin Norwegen, gefolgt von Schweden, den Niederlanden und Finnland. An 5. Stelle steht die Schweiz, die sich um zwei Plätze verbessern konnte.

Rang 5 ist das beste Ergebnis, das die Schweiz erzielte, seit Reporter ohne Grenzen im Jahr 2002 die erste Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht hat.

Österreich hingegen verlor fünf Plätze landete noch an 9. Stelle. Deutschland ist um einen Rang auf Platz 15 vorgerückt. Schlusslichter sind Nordkorea, Eritrea und Turkmenistan.

Rangierung nicht absolut

Reporter ohne Grenzen allerdings warnt davor, die Rangierung allzu absolut zu nehmen. Denn es müsse festgehalten werden: "Um eine bessere Rangierung zu erreichen, muss sich ein Staat nicht unbedingt verbessern, es kann auch sein, dass sich die Situation in bisher weiter vorne platzierten Ländern verschlechtert hat.

So hat etwa Dänemark, das in der vorjährigen Rangliste noch auf Platz 4 lag, fünf Plätze verloren, weil dort die schwedische Journalistin Kim Wall ermordet wurde", heisst es im Bericht.

Der Mörder, dem derzeit in Kopenhagen der Prozess gemacht wird, ist nach Darstellung der Ankläger allerdings ein Perverser, der sich auf den Eigenbau von U-Booten kapriziert hat. Der Journalistenmord stünde also in gar keinem keinen journalistischen Zusammenhang.