Kaiseraugst/Basel

Roche streicht 100 Informatik-Stellen in der Nordwestschweiz

Die Roche streicht 100 Stellen in der Nordwestschweiz.

Die Roche streicht 100 Stellen in der Nordwestschweiz.

Der Pharmakonzern Roche, der in den vergangenen Jahren nur eines kannte, nämlich Stellenaufbau, wird bis Ende kommenden Jahres in der Nordwestschweiz Stellen streichen.

Weltweit werden 350 Stellen in der Informatik abgebaut, je 100 davon in Kaiseraugst/Basel und in San Francisco. Roche-Sprecher Nicolas Dunant bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Basler Zeitung» vom Samstag. Gemäss dem Bericht hätte Ken Wilcox, Leiter der globalen Pharma-Informatik, vergangene Woche die Angestellten informiert. Weitere 150 Stellen würden an verschiedenen Orten, vorab in Europa, abgebaut.

Weil gleichzeitig andernorts Stellen aufgebaut werden, handelt es sich teilweise um eine Stellenverlagerung. Wachsen würden demnach die IT-Dienstleistungszentren («Shared Service Centers») in Madrid, Warschau oder Kuala Lumpur. Damit können auch Kosten gespart werden, räumte Dunant ein. Andererseits spielt auch der Arbeitsmarkt eine Rolle.

Bildung von Talente-Pools

Das Center in Madrid sei gerade während der Krise in Spanien hochgefahren worden. Die Stellen seien hochwillkommen gewesen. Andernorts, etwa in Budapest, hätten sich IT-Talente-Pools herausgebildet. Das sei sowohl für die Firmen wie auch für die Arbeitnehmer sehr interessant: Beide haben eine grössere Auswahl.

Längst nicht alle Informatik werde ausgelagert. Bereiche, die den Kontakt beispielsweise mit der Forschung, der Produktion oder Kunden erfordern, blieben an den angestammten Orten. Abteilungen hingegen, die keine physische Nähe erforderten, wie Programmierungen oder standardisierte Prozesse, könnten in Shared Centers ausgelagert werden. Wie viele Entlassungen es geben würde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, weil man noch in einer frühen Projektphase stehe, sagte Dunant.

Andererseits komme mit der Entwicklung der «personalisierten Medizin» auf die IT sehr viel Arbeit zu – und diese sei eng verschränkt mit der Forschung. So gesehen seien die in Kaiseraugst getätigten Investitionen nicht unnütz. Rund 287 Millionen Franken investiert Roche in den Bau der vier neuen fünfgeschossigen IT-Bürogebäude, die Platz für rund 1300 Mitarbeiter schaffen. Aktuell sind diese an verschiedenen Orten in Basel und Kaiseraugst verteilt. Die ersten beiden Gebäude sollen Ende 2016 bezugsbereit sein, das dritte und vierte bis Anfang des dritten Quartals 2017. In Basel/Kaiseraugst sind bei Roche gut 1000 Angestellte in der IT beschäftigt.

Auch andere Konzerne verlagern

Wie Roche haben auch andere Schweizer Grosskonzerne ihre Informatik teilweise ausgelagert. So etwa Novartis, die ein grosses Zentrum in Hyderabad in Indien betreibt. Dort sind in den vergangenen Jahren Hunderte von Stellen entstanden. Auch in Prag hat Novartis ein Standbein für Informationstechnologie.

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