«Es besteht ein enormer Bedarf», bestätigt Roche-Sprecherin Claudia Schmitt die Recherchen der Zeitung «Der Sonntag». Anfang April vereinbarte Roche mit drei Forschungsinstituten in Frankreich und den USA eine langfristig angelegte Zusammenarbeit für die Erforschung neuer Impfstoffe gegen Aids, Tuberkulose und Hepatitis C. Gegen alle drei Krankheiten gibt es bisher keine Impfung.

«Wir gehen davon aus, dass in frühestens zehn Jahren Impfstoffe basierend auf dieser Forschung erhältlich sein können», sagt Schmitt. Für Roche sind Impfstoffe ein völlig neues Geschäft, während Konkurrentin Novartis vom rasch wachsenden, äusserst lukrativen Impfstoffmarkt profitiert.

Drittes Standbein?

Nun will Roche offenbar ein drittes Standbein aufbauen. Die Aufgabe des Basler Konzerns in der neuen Partnerschaft wird es sein, therapeutische Proteine zu entwickeln und zusammen mit der französischen Agentur zur Erforschung von Aids und viraler Hepatitis die klinischen Versuche durchzuführen.

Wie viel Roche investiert, gibt der Konzern nicht bekannt. Auch Novartis forscht an einem HIV-Impfstoff, wie Sprecherin Isabel Guerra erstmals bestätigt. Die Entwicklung scheint aber zu stocken. Bereits seit 2006 befindet sich das Projekt in der klinischen Phase 1. (rsn)