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Roche baut in Basel 190 Stellen ab

Roche legt in Basel zwei Produktionsorganisationen zusammen. 190 Stellen könnten in den nächsten zwei Jahren gestrichen werden.

Roche legt in Basel zwei Produktionsorganisationen zusammen. 190 Stellen könnten in den nächsten zwei Jahren gestrichen werden.

Der Pharmakonzern Roche baut am Standort Basel 190 Stellen ab – der grösste Teil davon noch in diesem Jahr.

«Geplante Änderungen im Bereich Produktion kleinmolekularer Medikamente bei Roche» – so kündigte das Pharma-Unternehmen den geplanten Abbau von bis zu 190 Stellen in einem Communiqué am Donnerstagabend an.

Die «organisatorischen Anpassungen» betreffen den Produktionssektor. Genauer: die Wirkstoffproduktion und Fertigung von kleinmolekularen Arzneimitteln. Fortschritte in der Forschung lassen die Wirkstoffe potenzierter herstellen, sodass die Mengen und damit der Bedarf an Personal kleiner wurde.

«Wir müssen uns immer wieder den Veränderungen des Markts anpassen», sagt Roche-Sprecherin Anja von Treskow auf Anfrage. Rund 130 Stellen sollen noch dieses Jahr wegfallen, die restlichen im 2017. Dies, wenn das jetzt eingeleitete Konsultationsverfahren keine nennenswerten Verbesserungen aus Sicht der Arbeitnehmerschaft bringt.

Genau solche Verbesserungen fordert die Gewerkschaft Unia. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Roche in der Zusammenarbeit «erhebliches Verbesserungspotenzial» habe, wie Manuel Wyss, Branchenleiter chemische und pharmazeutische Industrie von Unia Schweiz sagt.

Er hebt ausgerechnet Konkurrent Novartis als lobendes Beispiel hervor. 2011 konnte die Unia grosse Erfolge feiern, nachdem in Nyon Massenentlassungen angekündigt waren: «Dazu braucht es eine seriöse Prüfung seitens der Arbeitgeber, wie sich Entlassungen verhindern lassen.» Auch beinhalte es angemessene Fristen und das Bereitstellen von umfassenden Informationen, um beispielsweise die Betroffenen allenfalls in anderen Bereichen unterzubringen. Die Gewerkschafter wollten sich noch am Donnerstagabend mit Vertretern der Roche-Arbeiter treffen.

Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP) wurde vorgängig informiert. Er bedauert den Abbau, sagt aber auch: «Roche begründet den Entscheid mit Prozessanpassungen, deren betriebliche Notwendigkeit das Amt für Wirtschaft, Soziales und Umwelt nachvollziehen kann.» Auch er fordert ein faires Konsultationsverfahren, «sowie einen grosszügigen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeitenden». Brutschin verlangt zudem besonderes Augenmerk für jene Arbeiter, die bereits über 50 Jahre alt sind, «auch mit grosszügiger Nutzung der Möglichkeit von Frühpensionierungen.»

Nun also doch auch Basel

Der betroffene Bereich in der Chemie wird nicht zum ersten Mal Opfer von Restrukturierungen. Bereits vor weniger als einem Jahr kündigte Roche an, die Kleinmolekül-Sparte weltweit umzukrempeln. Betroffen waren damals 1200 Stellen. Die Werke in Clarecastle (Irland), Leganés (Spanien), Segrate (Italien) und Florence (USA) wurden im Zuge dessen geschlossen. Von Basel oder auch dem benachbarten Kaiseraugst war damals keine Rede.

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