Fussball

Ringier-Chef: «Aufgabe von ‹Blick› ist es nicht, Trainer wegzuschreiben»

Ringier-Chef Marc Walder

Ringier-Chef Marc Walder

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld arbeitet künftig auch für Ringier. Kann der «Blick» da noch kritisch und unabhängig über Hitzfeld schreiben? Klar doch, sagt Ringier-Chef Marc Walder. Es sei nicht die Aufgabe der Presse, einen Trainer wegzuschreiben.

Wie will der «Blick» künftig noch kritisch und unabhängig über Ottmar Hitzfeld berichten?

Marc Walder: Sowohl für Ottmar Hitzfeld, wie für den Fussball-Verband wie auch für Ringier war die journalistische Unabhängigkeit von Anfang an zentrale Voraussetzung für diese Kooperation. Spielt die Nati schlecht, werden «Blick», «Sonntagsblick», «blick.ch» und «Blick am Abend» das auch weiterhin so schreiben. Wir hoffen aber selbstverständlich, wie alle Schweizer, dass wir uns für das grosse Ziel WM in Brasilien qualifizieren werden.

Man hatte bisher schon das Gefühl, der «Blick» fahre eher einen Kuschelkurs gegenüber Hitzfeld...

Sie müssten Ottmar Hitzfeld fragen, ob er die Berichterstattung über die Nationalmannschaft als Kuschelkurs empfunden hat. Ich glaube nicht, dass man dem so sagen kann. Und ich erinnere mich nicht nur an die Berichte nach dem Luxemburg-Debakel ...

Der «Blick» hatte bisher die Kraft, einen schlechten Nati-Trainer wegzuschreiben. Vergibt sich der «Blick» mit Hitzfelds Engagement diesen Einfluss?

Die Aufgabe einer Zeitung ist es nicht, einen Trainer «wegzuschreiben». Die Aufgabe einer Zeitung ist, eine Mannschaft, einen Spieler, einen Trainer, einen Sportchef oder einen Präsidenten bei seiner Arbeit genau zu beobachten - und diese Beobachtungen journalistisch attraktiv und kompetent umzusetzen.

Hitzfeld wird Botschafter und Berater für Ringier: Was macht er da?

Einerseits berät er uns in sporttechnischen und konkret natürlich fussballerischen Belangen. Ringier hat viel in den Fussball investiert, insbesondere durch die Sicherung der Marketingrechte an der Schweizer Superleage für die nächsten fünf Jahre, dies via unsere Tochterfirma InfrontRingier. Andererseits wird Ottmar Hitzfeld repräsentative Funktionen für Ringier übernehmen. Dann wird er journalistisch tätig sein, insbesondere für die «Blick»-Gruppe. Wir denken aber auch daran, dass er beispielsweise Kids-Fussball-Camps für uns mitbetreuen könnte. Also das Ziel verfolgen, den Fussball der Schweizer Bevölkerung noch näher zu bringen.

Sie sind CEO: Was bringt das Engagement Hitzfelds Ringier kommerziell?

Ottmar Hitzfeld steht für Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Integrität. Diese Werte werden wir versuchen für Ringier zu nutzen. Die Kooperation ist also weniger kommerziell gedacht.

Jetzt fehlt nur noch Roger Federer!

Roger Federer würde ich gerne verpflichten, das ist eine gute Idee, vielen Dank (lacht). Ich befürchte, er hat im Moment aber andere Prioritäten ...

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