Kurs-Sturz

Renault-Aktie legt nach Razzia Rekord-Kurssturz hin

Der Unternehmenswert, den Renault am Donnerstag durch den Kurssturz einbüsste, entspricht in etwa 370'000 Neuwagen des Modells Clio.

Der Unternehmenswert, den Renault am Donnerstag durch den Kurssturz einbüsste, entspricht in etwa 370'000 Neuwagen des Modells Clio.

Wie der Nachrichtendienst Bloomberg mitteilt, ist die Renault-Aktie um die Mittagszeit rasant um rund 20 Prozent eingebrochen. Dies als Folge von angeblichen Durchsuchungen im Hause Renault.

Der Aktieneinbruch von rund 20 Prozent ist der grösste in der Geschichte von Renault seit 1999.

Wie die Nachrichtenagentur Agence France-Presse schreibt, fiel der Aktienkurs von Renault um 11:30 Uhr von 75 Dollar auf 69.02 Dollar.

Damit büsst der französische Autohersteller rund fünf Milliarden Euro ein. Dies entspricht rund 370'000 Neuwagen des Modells Renault Clio. 

Bloomberg Tweet

Eine französische Gewerkschaft teilte mit, dass der Kurseinbruch mit Hausdurchsuchungen von Ermittlern des französischen Finanzministeriums zusammenhängen. 

Die Ermittler hätten dabei Computer im Rahmen von Abgasuntersuchungen beschlagnahmt. Diese Vermutung bestätigt Florent Grimaldi von der Gewerkschaft CGT gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Beamten Büros von Renault aufgesucht hätten, die sich mit Abgaswerten beschäftigen.

Der französische Autohersteller Renault hat Durchsuchungen an einigen seiner Standorte bestätigt. Das Unternehmen arbeite vollständig mit der Antibetrugs- und Wettbewerbsbehörde DGCCRF des Wirtschaftsministeriums sowie dem Umweltministerium zusammen.

Bei ersten Tests einer vom Umweltministerium eingesetzten Kommission sei keine betrügerische Software in Renault-Fahrzeugen gefunden worden, schrieb Renault in einer Mitteilung am Donnerstag. Unabhängig davon ermittle die Behörde des Wirtschaftsministerium. Von diesen Untersuchungen erwartet das Unternehmen sich aber eine Bestätigung der vorherigen Ergebnisse.

Seit vergangenen Herbst publik wurde, dass der Autohersteller Volkswagen Abgastests mittels programmierter Software fälschte, stehen weltweit viele weitere Autohersteller unter Verdacht, ebenfalls Manipulationen an ihren Autos durchgeführt zu haben.

Auch andere Hersteller büssen an den Märkten ein

Neben Renault büsste auch dessen Konkurrent Peugeot  bei der Kurshöhe ein. Dennoch ist der Verlust für Peugeot, mit sieben Prozent deutlich geringer, als jener für Renault. Die Volkswagen-Aktie verlor währenddessen 5,3 Prozent, BMW- und Daimler-Aktien gar 5,6 Prozent. Der italienische Autobauer büsste im Rahmen der Razzia bei Renault zeitweise gar 11 Prozent ein. Diese leiden zusätzlich an einer Klage in den USA zur Zeit. Dies berichtete die Fachzeitschrift "Automotive News". 

(lgi/sda)

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