Huttwil

Rekordbeteiligung und gute Zahlen

PRÄSENTIERTEN ERFREULICHE ZAHLEN: Bankdirektor Heinz Trösch (links) und Josef Schaller, der in einem Jahr das Amt des Verwaltungsratspräsidenten der Clientis Bank Huttwil abgibt. (Bild: HML)

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PRÄSENTIERTEN ERFREULICHE ZAHLEN: Bankdirektor Heinz Trösch (links) und Josef Schaller, der in einem Jahr das Amt des Verwaltungsratspräsidenten der Clientis Bank Huttwil abgibt. (Bild: HML)

Zur 132. Generalversammlung der Clientis Bank Huttwil erschienen 1370 der knapp 5000 Aktionäre. Das ist neuer Rekord. Im Vorjahr waren es 1216. Diese durften trotz weltweiter Finanzkrise von guten Zahlen Kenntnis nehmen. Sie stimmten einer Dividendenausschüttung von wiederum sechs Franken pro Aktie zu. Als Stargast glänzte Walter Andreas Müller.

HANS MATHYS

«Zu Beginn des Jahres 2008 war Euphorie angesagt. Es bestand das Gefühl, dass es so weitergehen könnte wie bisher. Aber eben, die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Ab September/Oktober kam es im Zuge der weltweiten Finanzkrise zu einem regelrechten Absturz, der besonders die Exportindustrie traf.» So leitete Verwaltungsratspräsident Josef Schaller die Generalversammlung der Clientis Bank Huttwil ein. Dies vor 1370 Aktionären, die 93 248 Stimmen vertraten, womit 42,4 Prozent des Aktienkapitals von total 8,8 Millionen Franken vertreten war.

«Wenn wir alle negativen Meldungen sehen und hören, stellen wir uns die Frage, ob unsere Bank noch eine ruhige Insel auf stürmischer See ist? Wir können Ihnen tatsächlich ein gutes Ergebnis 2008 unterbreiten», fuhr Schaller fort. Bevor er das Kommentieren der Zahlen 2008 Bankdirektor Heinz Trösch überliess, nannte er trotzdem eine «magische» Zahl - jene von einer Milliarde Franken: «Schön wäre es, wenn wir an der nächsten Generalversammlung eine Bilanzsumme von einer Milliarde Franken ausweisen könnten.» 2008 hat sich die Bilanzsumme um 32,8 auf 955 Millionen Franken erhöht. Für Schaller wird die Generalversammlung am 24. April 2010 in der Halle des Parkhotels in Langenthal (früher «Dreilinden») die letzte als Verwaltungsratspräsident sein.

Gar nicht auf Schönfärberei machte in seinem Referat Heinz Trösch, Direktor der Clientis Bank Huttwil: «2008 war ein Jahr, das wohl wegen der weltweiten Finanzkrise und deren gravierenden Auswirkungen einmalig ist und mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Eintrag im Weltgeschichtsbuch erhalten wird. Kaum vergeht seit Monaten ein Tag ohne neue Hiobsbotschaften. An Bankenpleiten und Verluste in Milliardenhöhe haben wir uns längst gewöhnt. Als Konsequenz dieser unerfreulichen Entwicklungen gehen hunderttausende von Arbeitsstellen weltweit verloren. Die Spuren hinterlassen Angst und Verunsicherungen und prägen unseren Alltag. Die negativen Auswirkungen auf das ganze Finanzsystem und damit auch verbunden auf unsere Realwirtschaft sind heute nicht abschätzbar.» Tröschs Fazit: «Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich über uns in den nächsten zwei Jahren ein ziemlich heftiges Gewitter entlädt.»

1205 neue Kunden und 264 neue Aktionäre

Trösch sprach den Zinsenwettbewerb unter den Banken an. Das Zinsengeschäft sei das Kerngeschäft der Clientis Bank Huttwil, der viertgrössten im Verbund von gegenwärtig 25 Clientis Banken. Früher hätten die Banken mit einer Zinsmarge von 1,8 bis 1,9 Prozent gerechnet, im heute «heftigen Konditionenkampf» sei diese Marge auf rund ein Prozent geschrumpft. Ein Vertrauensbeweis: Der Bank sind 2008 dreimal mehr Mittel als 2007 zugeflossen. Die Kundenzahl stieg um 1202, jene der Aktionäre um 264, der Steuerwert der Aktie auf 370 Franken. Vom Reingewinn von 2,29 Millionen Franken werden 1,32 Millionen Franken als Dividende ausgeschüttet und 900 000 Franken der gesetzlichen Reserve zugewiesen. Die Musikgesellschaft Roggwil und Stargast Walter Andreas Müller, der aktuelle und einstige Bundesräte parodierte, gefielen im Unterhaltungsteil.

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