Fricktal

«Region wird sich weiterentwickeln»

Volles Haus: Das diesjährige Fricktaler Wirtschaftsforum im Saal der Syngenta in Stein ist gut besucht. (Peter Schütz)

Wirtschaftsforum in Stein

Volles Haus: Das diesjährige Fricktaler Wirtschaftsforum im Saal der Syngenta in Stein ist gut besucht. (Peter Schütz)

In Stein trafen sich Vertreter aus Wirtschaft und Politik zum 3. Fricktaler Wirtschaftsforum. Das Fricktal wird sich als Wirtschaftsstandort auch in Zukunft behaupten. Diese Ansicht vertraten die Redner im Sisslerfeld.

Peter Schütz

Hansueli Bühler, Gemeindeammann von Stein, erhoffte sich von dem Forum am Donnerstagabend «neue Impulse zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Fricktal». Die Impulse kamen von Regierungsrat Peter C. Beyeler und von Willi Meier, Chef von Greater Zurich Area. Vor vollem Auditorium der Firma Syngenta bezeichnete Meier das Fricktal als «Region, die sich weiterentwickeln wird». Im Regionenvergleich sah er das Fricktal auf einer Stufe mit Luzern, Aarau und dem Freiamt.

Meier machte eine «positive Grundlage» aus - wobei die Chemische Industrie die «Fahrerrolle» einnimmt. «Die Chemie ist ein Driver für die Entwicklung des Fricktals», so Meier. Im Wachstum der Chemischen Industrie auf der Achse Basel-Zürich sah er eine Chance, ebenso in der Unternehmungsverlagerung aus den Zentren. Dies setzt jedoch voraus, dass den Unternehmen erschlossene Grundstücke bereitgestellt werden - was aber einfacher gesagt als getan ist.

Bestes Beispiel: Der Ort des Wirtschaftsforums, das Sisslerfeld. Es wird von vier Gemeinden (Sisseln, Stein, Münchwilen, Eiken) mit verschiedenen Baunutzungsordnungen verwaltet. Hansueli Bühler sprach von einer «veralteten Planung». Der Gemeindeammann sagte weiter: «Das Sisslerfeld hat ein grosses Potenzial, ist aber nicht bereit für grosse Ansiedlungsprojekte.» Immerhin: Der Handlungsbedarf sei erkannt, eine überkommunale Planung sei in Arbeit, so Bühler.

Verkehrsengpässe

Peter C. Beyeler, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, mahnte in diesem Punkt eine regionale Abstimmung der Nutzungsplanungen an. Beyeler: «Nutzungen sind dort zu planen, wo sie sinnvoll sind.» Seine Vorgabe: «Qualität statt Quantität in der Ansiedlung fördern.» Dazu gehört die Entwicklung von Erholungsräumen in unmittelbarer Siedlungsnähe. Laut Beyeler sind die Chancen für eine clevere Raumentwicklung intakt. Obwohl das Fricktal vor grossen Herausforderungen steht. «Die Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung bringt viel Verkehr», erklärte er. Insbesondere im unteren Fricktal werden sich Engpässe bilden. «Das Mass ist gefüllt», stellte Beyeler fest.

Qualifizierte Arbeitskräfte

Bei allen Bedenken: Das Wirtschaftsforum war von einem positiven Geist beseelt. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise kam nicht zur Sprache. Dagegen lobten die Referenten die vielen Vorteile des Fricktals: zuverlässige Verkehrsbedingungen, Mehrsprachigkeit, hohe Lebensqualität und vor allem qualifizierte Arbeitskräfte. «Qualifizierte Arbeitskräfte sind marktentscheidend», erklärte beispielsweise Willi Meier. «Das Wachstumspotenzial des Fricktals kommt stark von innen heraus», bemerkte er. So sah es auch Peter Riebli, Werkleiter von Syngenta in Stein: «Wir sind auf gut ausgebildete Mitarbeiter angewiesen.» Rieblis Ziel: Die Voraussetzungen schaffen, dass das Fricktal ein attraktiver, wettbewerbsfähiger Standort bleibt. «Das bedingt harte Arbeit», sagte er.

Das 3. Fricktaler Wirtschaftsforum fand unter der Leitung der Gemeinde Kaiseraugst statt, die den Anlass initiiert hatte. Eingeladen waren Vertreter aus Politik und Wirtschaft von beiden Seiten des Rheins. Diese Form des Informationsaustausches soll fortgeführt werden. Nächster Austragungsort im Jahr 2010 ist Rheinfelden. Frick ist 2011 an der Reihe.

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