Von Toni Widmer

Erste Projekte wurden in den Kölliker Obermatten schon in den 80er-Jahren geplant, scheiterten aber durchwegs am schwierigen Baugrund. Der Grundwasserspiegel in diesem Industriegebiet liegt sehr hoch und deshalb ist es dort alles andere als einfach, gesetzeskonforme Industriebauten aufzustellen.
Die Transport AG Aarau hat jetzt die optimale, wenn auch nicht billige Lösung gefunden. Das im Bereich «Umweltgerechte Abfallbewirtschaftung» (Firmenslogan) tätige Unternehmen hat in den Obermatten eine rund zwei Hektaren grosse Parzelle erworben. Darauf will sie einen Werkplatz für das Recycling von Altstoffen errichten und damit in Kölliken neue Arbeitsplätze schaffen.

Um die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Grundwasserschutz zu erfüllen, muss das Gelände aufgeschüttet werden. Die Baubewilligung dafür ist mit strengen Auflagen bereits im vergangenen Jahr erteilt worden. Die Anwohner zeigten sich gegenüber dem Vorhaben vorerst ziemlich skeptisch. «In Kölliken ist man für alles, was irgendwie mit Abfall zu tun hat, besonders sensibilisiert. Wir haben stets offen informiert und so die bestehenden Vorbehalte abgebaut», erklärte Transport-AG-Geschäftsführer Markus Müller. Mit den Einsprechern gegen das Aufschüttungsprojekt hätten dann jedoch durchwegs einvernehmliche Lösungen gefunden werden können.

Auf einer Fläche von rund 270 mal 80 Metern werden von der spezialisierten Firma Eberhard Bau AG, Kloten, bis im Herbst rund 40 000 Kubikmeter Material eingebracht. Eine Projektorganisation, in die neben Ingenieurbüro, Geologen und Prüflabor auch der Kanton Aargau sowie die Gemeinde Kölliken als Aufsichtsbehörden eingebunden sind, sorgt für den vorschriftsmässigen Ablauf. So wird unter anderem das Material, welches nur über die Ghürststrasse zugeführt werden darf, laufend auf seine Beschaffenheit untersucht. Für die Aufschüttung wird ausschliesslich sauberer Aushub von Grossbaustellen aus dem Raum Zentralschweiz verwendet. Material aus der nahe gelegenen Sondermülldeponie kommt nicht zum Einsatz.

Das Baugesuch für die Werkhallen will die Transport AG Aarau im Verlauf dieses Jahres einreichen. Ob eine grosse oder zwei bis drei kleinere Hallen gebaut werden, ist laut Geschäftsführer Markus Müller noch offen: «Wir sind an der Erarbeitung eines Konzepts und prüfen zurzeit alle möglichen Varianten», erklärte er. Bei der Konstruktion der Gebäude solle dem Immissionsschutz besondere Beachtung geschenkt werden. In den Hallen wird ab Ende 2010, spätestens aber ab Frühjahr 2011, angeliefertes Sperrgut manuell und maschinell in seine Komponenten - Holz, Papier, Karton, Eisen, Kunststoffe usw. - sortiert und der Verwertung zugeführt werden. Für das Projekt ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung Pflicht.