Razzia bei der Credit Suisse: «Schlimmstenfalls der Entzug der Lizenz»

franco taisch

«Schlimmstenfalls der Entzug der Lizenz»

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Professor Franco Taisch glaubt, dass noch andere Schweizer Banken ins Visier der Steuerfahnder geraten. Es gehe den Berhörden in erster Linie darum, die Bürger zu erschrecken.

Herr Taisch, weshalb ist die Credit Suisse ins Visier der Steuerfahnder geraten?
Franco Taisch:
Es ist seit Wochen bekannt, dass eine neue CD mit gestohlenen Daten im Umlauf ist. Man konnte deshalb davon ausgehen, dass dort nicht nur UBS-Daten gespeichert wurden. Weil die Credit Suisse die zweite Grossbank ist, kommt die Aktion nicht derart überraschend.

Müssen sich auch andere Schweizer Banken auf Polizeiermittlungen einstellen?
Taisch:
Das ist durchaus wahrscheinlich. Die Credit Suisse ist halt eine Grossbank und hat mehr Kundenbeziehungen. Darum geriet die Bank in den Fokus der Fahnder. Doch das gilt auch für Grossbanken aus anderen Ländern. Auch sie haben Gelder, die nicht rechtmässig deklariert sind. Entscheidend ist das Volumen solcher Gelder und wie sich Mitarbeiter dabei verhalten haben.

Anscheinend haben CS-Mitarbeiter Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet.
Taisch:
Falls das zutrifft, ist der Fall schwerwiegender, wie wenn eine Bank mit aller Sorgfalt Gelder entgegennimmt und nicht weiss, dass dieses Kapital am Fiskus vorbeigeschleust wurde. Es wären kriminelle Handlungen, welche die CS sehr ernst nehmen müsste. Die Bank hat aber mit der Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden richtig reagiert.

Was kann der Bank drohen?
Taisch:
Die Credit Suisse muss wie alle Banken eine einwandfreie Geschäftsführung gewährleisten. Wenn dies nicht der Fall ist, droht ihr schlimmstenfalls der Entzug der Bankenlizenz.

Ist diese Gefahr real?
Taisch:
Das ist im aktuellen Fall reine Spekulation. Doch ich denke nicht, dass dies bei der CS geschehen wird.

Was ist der Sinn der Razzia?
Taisch:
Ich würde sagen, die Bürger zu erschrecken, ist das Hauptziel.

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