Rheinschifffahrt

«Rastatt-Effekt» beschert Rheinhäfen Rekordumsatz im September

Die Rheinhäfen profitieren vom Unterbruch.

Der mehrwöchige Unterbruch der Rheintal-Bahnstrecke im deutschen Rastatt hat den Schweizerischen Rheinhäfen im September zu einem neuen Rekordwert verholfen: Umgeschlagen wurden 14'645 Containereinheiten (TEU) - so viele wie noch nie in einem Monat.

Bisher bester Monat beim Containerumschlag war der August 2016 mit 12'989 TEU. Dieses Ergebnis wurde nun im September um 1656 TEU oder 13 Prozent übertroffen, wie die Hafendirektion am Dienstag mitteilte. Schon im August hatte der Containerumschlag gegenüber den Vormonaten markant auf 12'512 TEU zugelegt.

Grund für diesen Container-Boom auf dem Rhein ist der Unterbruch der Rheintal-Eisenbahnlinie bei Rastatt. Das Nadelöhr im europäischen Nord-Süd-Bahnverkehr war von Mitte August bis Anfang Oktober wegen einer Schienenabsenkung gesperrt. In der Folge mussten viele Güter statt mit der Bahn auf der Strasse oder auf dem Wasser transportiert werden.

«Verlässlicher und flexibler Verkehrsträger»

Die Rheinschifffahrt habe sich in dieser Ausnahmesituation als "verlässlicher und flexibler Verkehrsträger" profilieren können, hält die Hafendirektion in ihrer Mitteilung fest. Damit habe sie einen wichtigen Beitrag zur Landesversorgung geleistet.

Über die ersten neun Monate gesehen sind die Rheinhäfen beim Containerumschlag im Vergleich zur Vorjahresperiode aber nach wie vor im Minus. Mit 82'299 TEU beträgt dieses 5,8 Prozent.

Mengenmässig liegen die Rheinhäfen nach drei Quartalen mit 4,3 Millionen Tonnen um 8,9 Prozent hinter der Vergleichsperiode zurück. Verursacht wurden die Rückstände namentlich durch ungenügende Wasserstände im ersten Quartal.

Dank dem "Rastatt-Effekt" hoffen die Verantwortlichen inzwischen, dass per Ende 2017 ein Güterumschlag in Vorjahreshöhe erzielt wird. Geschürt wird diese Hoffnung nicht zuletzt durch das gestiegene Renommee der Rheinschifffahrt, heisst es in der Mitteilung.

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