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Raiffeisenbank: Jodlerabend statt Generalversammlung

Die Raiffeisenbank Kölliken-Entfelden führt keine jährliche Generalversammlung mehr durch. Sie hat zu viele Genossenschafter - 2009 waren es 15'000. Als Ersatz gibt es mehrere Mitgliedergalas, bei denen Unterhaltung im Zentrum steht. Der Jodlerabend mit Oesch's den Dritten stiess auf besonderes Interesse.

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Melanie Oesch

Melanie Oesch

Aargauer Zeitung

Roman Schenkel

Volles Programm für die Genossenschafter-Familie Kölliken-Entfelden: Oesch’s die Dritten, Walter Andreas Müller oder ein Plauschtag mit der ganzen Familie. Die Genossenschafter haben die Qual der Wahl bei den diesjährigen Mitgliedergalas.

Allerdings durften sie mit dem Auswählen nicht lange zuwarten, denn einige Anlässe waren schnell ausgebucht. «Der Jodlerabend mit Oesch’s den Dritten und ihrem ‹Ku-Ku-Jodel› hat zu einem regelrechten Ansturm geführt und war schon nach zwanzig Minuten ausgebucht», sagt Daniel Lüscher, Vorsitzender der Bankleitung Kölliken-Enfelden. Die Raiffeisenbank habe sich darauf spontan entschlossen, einen zusätzlichen Abend mit der beliebten Jodlerfamilie anzubieten. «Der zweite Abend mit Oesch’s den Dritten füllt sich nun auch langsam», so Lüscher.

Neuer Rekord an Genossenschafter

Ende 2009 zählte die Raiffeisenbank Kölliken-Entfelden 15000 Genossenschafter und Genossenschafterinnen. Die Erschliessung des Seetals mit der Filiale in Lenzburg habe sich deutlich ausgewirkt. Und von Jahr zu Jahr kommen 1000 Neue hinzu. «An eine Generalversammlung ist aufgrund der hohen Zahl nicht mehr zu denken», erklärt Lüscher. Das wäre nicht mehr durchführbar.

Die Raiffeisenbanken haben sich daraufhin entschlossen, auf eine Generalversammlung zu verzichten und Abstimmungen nur noch schriftlich durchzuführen. Damit die Genossenschafter dennoch etwas geboten bekommen, finden jeweils verschiedene Mitgliedergalas statt. «Diese Mitgliedergalas sind GV-ähnlich, im Vordergrund stehen aber Information und Unterhaltung», erklärt Lüscher. Die Besucher erhielten einen Überblick zur Entwicklung der Bank, zum Stand und über zukünftige Stossrichtungen.

Trotz der stets wachsenden Mitgliederzahl soll aber der logistische und finanzielle Aufwand für die Mitgliedergalas im Rahmen gehalten werden. Die Raiffeisenbank Kölliken-Enfelden hat sich entschlossen, die Teilnehmerzahl auf 3500 zu beschränken. Dass so nicht alle Genossenschafter ihren Lieblingsanlass besuchen können, lasse sich nicht vermeiden. Doch: «Wir sind schliesslich immer noch ein KMU; wir wären schnell pleite, wenn wir jährlich Veranstaltungen für 15000 Mitglieder organisieren würden», sagt Daniel Lüscher.

Denn pro Besucher wendet die Bank 200 Franken auf. Bei 3500 Besuchern ergibt dies einen stolzen Betrag von 700000, den die Bank für ihre Mitglieder springen lässt.

Genossenschaft kostet 200 Franken

Um der Genossenschaft Raiffeisenbank beizutreten, muss man einen Anteilsschein im Wert von 200 Franken kaufen. Dieser wird jährlich verzinst. «Zurzeit verzinsen wir die Anteilsscheine zu 3,5 Prozent, das ist eine attraktive Anlage», so Lüscher.

Genossenschafter haben aber auch eine so genannte Nachschusspflicht: «Falls es der Bank nicht gut gehen sollte, verpflichtet sich jeder Genossenschafter, 8000 Franken einzuschiessen», erklärt Daniel Lüscher. Beim Kauf eines Anteilsscheins werde dies erklärt. «Die Genossenschafter müssen sich mit der Idee der Raiffeisenbank verbunden fühlen.» Die Raiffeisenbanken sind zudem nicht gewinnorientiert. «Wichtig ist, dass wir Ende Jahr so viel verdient haben, dass wir unseren Betrieb finanzieren können», so Lüscher.

Moderate Bonuspolitik

Dazu passt auch die Bonuspolitik der Bank. «Wir kennen eine Leistungsentlöhnung, diese besteht aus einem Totallohn mit Leistungskomponente», sagt Lüscher. Die Leistungskomponente liegt zwischen 3 und 15 Prozent des vereinbarten Lohnes.

Bei hervorragenden Leistungen kann die Leistungskomponente zudem verdoppelt werden. «Ein Raiffeisen-Mitarbeiter kann aber maximal 115 Prozent des vereinbarten Salärs verdienen», betont Lüscher.

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