Kapitalpuffer

Raiffeisen nimmt eine halbe Milliarde Franken auf

Schalter einer Raiffeisenbank (Archiv)

Schalter einer Raiffeisenbank (Archiv)

Höhere Eigenmittel sollen die Immobilienblase verhindern. Dies betrifft insbesondere die stark im Hypotheken-Geschäft verwurzelte Raiffeisen-Gruppe. Sie nimmt rund eine halbe Milliarde Franken auf, um gerüstet zu sein.

Die Warnungen vor einer Blase waren nicht umsonst: Um den massiven Preisanstieg im Immobilienmarkt zumindest abzudämpfen, bewilligte der Bundesrat auf Antrag der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gestern die Einführung eines sogenannten «antizyklischen Kapitalpuffers».

Das heisst: Die Banken müssen ihre Hypothekaranleihen bis Ende September mit zusätzlichem Eigenkapital unterlegen. Gemäss Claudio Saputelli, Leiter Immobilienresearch der UBS, beläuft sich der Bedarf beim aktuellen Hypothekarvolumen von rund 650 Milliarden Franken schweizweit «auf rund zwei Milliarden Franken».

Besonders stark ist die Raiffeisen-Gruppe. Sie muss wegen dieser Massnahme ihre Hypothekardarlehen mit rund 350 Millionen Franken zusätzlichem Eigenkapital unterlegen, schätzt «Die Nordwestschweiz».

Raiffeisen plant gemäss banknahen Kreisen mehr aufzunehmen: insgesamt rund eine halbe Milliarde Franken in Form einer nachrangigen Anleihe.

Sprecher Franz Würth sagt dazu nur: «Wir werden die Kapitalanforderungen erfüllen, inklusive eines antizyklischen Puffers.» Die Einführung des Puffers treffe neben Raiffeisen vor allem Regional- und gewisse Kantonalbanken, schreibt der Bankenanalyst Christian Stark.

Der Bundesrat verfolge die Situation auf dem Immobilienmarkt mit «einiger Sorge», sagte gestern Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Die höheren Eigenmittel sollen eine Immobilienblase verhindern. Das Hauptziel des Puffers sei es, die Preisentwicklung zu dämpfen, sagte Serge Gaillard, Direktor der eidgenössischen Finanzverwaltung. Die Banken seien angehalten, zurückhaltender Kredite zu vergeben. «Wenn das Wachstum gebremst wird, haben wir das Ziel erreicht», so Gaillard.

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